Digamasellus halophilus, Willmann, C., 1952

Willmann, C., 1952, Die Milbenfauna der Nordseeinsel Wangerooge, Veröffentlichungen des Instituts für Meeresforschung Bremerhaven 1, pp. 139-186 : 143-145

publication ID

ORI11037

publication LSID

lsid:zoobank.org:pub:1CD7624C-FC8F-4DD0-AA34-762D8FFB6267

persistent identifier

https://treatment.plazi.org/id/3C65457E-3DBC-C2B7-6B6B-9C2D9F285949

treatment provided by

Thomas

scientific name

Digamasellus halophilus
status

nov. spec.

18. Digamasellus halophilus nov. spec. (Abb. 3 a—f).

Man würde diese Art früher in die Gattung Dendrolaelaps Halbert gestellt haben, aber durch neuere eingehende Untersuchungen ist festgestellt worden, daß alle Formen der Übergänge zwischen den beiden Gattungen Digamasellus Berlese 1905 und Dendrolaelaps Halbert 1915 vorhanden sind, so daß die Trennung nicht aufrechterhalten werden kann.

Größe: Weibchen 510-570 µ lang, 240-270 µ breit,

Männchen 465 µ lang, 225 µ breit.

Beide Geschlechter sind also mehr als doppelt so lang wie breit, und bei beiden haben wir am Vorderrande des Notogaster zwei Einschnitte (Abb. 3a). Auf dem hinteren Notogaster sehen wir drei Paar lange, geschwungene Borsten, und zwar sind es die Borsten S/3 und S/5, sowie R/5. Beim Männchen finden wir auf dem hinteren Rückenschilde einen Querriegel mit zwei kurzen Hörnern. Die Borsten J/4 stehen dicht vor dem Querriegel, die Borsten S/4 auf den Hörnern. Dies ist ein charakteristisches Merkmal, da bei D. cornutus die Borsten S/4 nicht auf, sondern direkt am Grunde der Hörner auf dem Querriegel eingepflanzt sind. Im Präparat sieht man sie also über den bei dieser Art viel längeren und kräftigeren Hörnern.

Ventralseite des Weibchen (Abb. 3f): Sternalschild lang, mit vier Paar Haaren besetzt. Der festere Teil des Genitalschildes ist ein Sechseck mit ungleich langen Kanten. Hinter den Coxen IV sehen wir ein Paar deutlich vorspringende Ecken, in denen die Genitalhaare eingepflanzt sind. Der Teil hinter diesen Ecken ist sehr kurz und hinten gerade abgeschnitten. Vor dem Schilde ist noch eine weiche Hautverlängerung zu erkennen, die bis an das Sternale reicht. Zwischen Genitale und Ventrianale finden wir eine Querreihe von vier Haaren, die dem Ventrianale genähert sind. Das Ventrianale ist lang und schmal, vorn und an den Seiten etwas konkav, es trägt vier Paar Haare und das Postanalhaar. Hinter diesem und an den Seiten hinauf bis vor die Adanalhaare ist das Schild deutlich grubig punktiert. Der Hinterrand des Körpers ist etwas krenuliert. Die Inguinalia sind sehr lang und schmal, vorn etwas breiter.

Ventralseite des Männchen (Abb. 3b): Der Vorderrand des Sternale ist schwer zu erkennen; der Seitenrand setzt sich über das erste Paar der Sternalhaare noch fort. Die Genitalöffnung liegt zwischen den beiden ersten Sternalhaaren, anscheinend im Sternalschilde. Zwischen den Coxen II und III bildet das Sternale eine scharfe Ecke, nach hinten verschmälert es sich und ist auf der Höhe der Coxae IV sanft abgerundet. Es trägt im ganzen vier Paar Haare. Hinter dem Schilde stehen zwei Borsten auf weicher Haut. Dann sind einige tiefe Einschnitte und anscheinend ein Paar Nebenschilder undeutlich zu erkennen. Das Ventrianale ist lang, aber etwas breiter als beim Weibchen. Es hat an den Seiten deutliche Grenzen und ist nur hinten mit dem Notogaster verschmolzen. Auf dem Schilde stehen sieben Paar Haare und das Postanalhaar. Auch beim Männchen ist das Ventrianale hinten und an den hinteren Seiten mit feinen Grübchen versehen. Die Dorsalfläche unterscheidet sich von der des Weibchens durch den hinteren Querriegel mit seinen beiden kurzen Hörnern, die eine Borste tragen.

Gnathosoma: Das Epistom ist bei Männchen und Weibchen gleichgestaltet, es ist dreispitzig, die beiden Außenspitzen sind lang und etwas nach außen geschwungen, die Mittelspitze ist sehr zart und nur etwa 2/3 so lang wie die Seitenspitzen (Abb. 3d). Mandibelschere und Spermatophorenträger etwa wie bei den anderen Arten. Bemerkenswert sind die Corniculi maxillares, die nach der Spitze hin verbreitert und hier schräg abgeschnitten sind (Abb. 3e). Sie sind also hinten schmaler als vorn und sind stark chitinisiert. Der Palptrochanter hat an der Innenseite einen langen, starken Dorn.

Die Beine sind in beiden Geschlechtern schlank, auch Bein II des Männchen ist nur wenig verdickt, längst nicht so plump wie bei D. cornutus und anderen Arten: Beinlängen Weibchen B. I 450 µ, II 330 µ III 270 µ, IV 345 µ; Männchen B. I 435 µ, II 300 µ, III 240 µ, IV 315 µ. Bein I ist in beiden Geschlechtern wenig kürzer als der Körper. Bein II des Männchens (Abb 3 c) hat am Femur eine kräftige Apophyse, an Genu und Tibia je einen kleinen, gerade abgeschnittenen Chitinvorsprung und am Grunde des Telotarsus eine Apophyse, die fast ebenso groß ist wie die am Femur.

Differenzialdiagnose: D. halophilus unterscheidet sich von D. cornutus durch die schlankere Gestalt des Männchens, die weniger verdickten Beine II, die sehr große Apophyse am Tarsus II des Männchens, die nicht neben dem Praetarsus sitzt, sondern dicht am Grunde des Telotarsus entspringt. Das Ventrianale des Männchens ist nur hinten mit dem Notogaster verschmolzen, an den Seiten bleibt ein breiter Streifen weicher Haut unbedeckt. Die Hörner auf dem hinteren Rücken sind viel kleiner als bei D. cornutus und tragen an ihrer Spitze eine Borste (Borste S/4). Diese Borste steht bei der Vergleichsart auf der Rückenfläche dicht vor den Hörnern. Es sind drei Paar lange, geschwungene Haare auf dem hinteren Rücken vorhanden, bei der Vergleichsart nur zwei Paar, beim Weibchen sogar nur ein Paar.

Fundort: Aussengroden im Vogelschutzgebiet beim Westturm , Salicornia , 6. X. 49.

Holotypus: Ein Präparat mit 4 Männchen und 3 Weibchen in meiner Sammlung.

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Die Art wurde auch von Strenzke an der Kueste Holsteins gefunden.

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