Brachychthonius bimaculatus

Moritz, M., 1976, Revision der europäischen Gattungen und Arten der Familie Brachychthoniidae (Acari, Oribatei) Teil 2. Mixochthonius Niedbala, 1972, Neobrachychthonius nov. gen., Synchthonius v. d. Hammen, 1952, Poecilochthonius Balogh, 1943, Brachychthonius Berlese, 1910, Brachychochthonius Jacot, 1938, Mitteilungen aus dem Zoologischen Museum in Berlin 52, pp. 227-319 : 270-274

publication ID

ORI10014

DOI

https://doi.org/10.5281/zenodo.6284310

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https://treatment.plazi.org/id/247EF84B-F150-3BA4-1CE0-0FAEFD60F8FE

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Thomas

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Brachychthonius bimaculatus
status

 

Brachychthonius bimaculatus View in CoL View at ENA Willmann, 1936 (Abb. 13 ab)

Brachychthonius bimaculatus Willmann, 1936: p. 290, Abb. 22.

Brachychthonius helveticus Schweizer , 1956: p. 230, Abb. 145.

Brachychthonius bimaculatus : Sellnick 1960, p. 81.

Brachychochthonius bimaculatus : Moritz 1963, p. 155.

Brachychthonius bimaculatus : Niedbala 1968, p. 5, Fig. 5.

Brachychthonius bimaculatus : Niedbala 1974a, p. 485, Abb. 31.

Brachychthonius bimaculatus : Niedbala 1974b, p. 18.

Die Synonymisierung von Brachychthonius helveticus Schweizer mit Br. bimaculatus Willmann durch Niedbala (1974a) kann bestätigt werden. In der Sammlung Schweizer befinden sich 2 mikroskopische Präparate mit insgesamt 7 Exemplaren, die vom selben Fundort stammen und der Originalbeschreibung zugrunde gelegen haben. Neben der für Br. bimaculatus charakteristischen Dorsalornamentation ist auch die zweizeilige Fiederung der Dorsalborsten sehr gut erkennbar.

Material: Slg. Hirschmann: 1 Ad., Coll. Willmann, mikroskop. Präparat, BRD, Wangerooge, Heide westlich vom Friedhof   GoogleMaps , C. Willmann leg. 17. 4. 1950.

NMB Nr. H14-149 : 4 Ad., Coll. Schweizer, mikroskop. Präparat (sub Brachychthonius helveticus Schweizer , Syntypen), Schweiz, Griatschouls   GoogleMaps , 2200 m, magere Alpweide, H. Gisin leg. Nr. H 14. - NMB Nr. H14-151 : 3 Ad., 1 N., Coll. Schweizer, mikroskop. Präparat (sub Brachychthonius helveticus Schweizer , Syntypen), derselbe Fundort   GoogleMaps .

NRSt: 3 Ad., Coll. Forsslund Mf 403, 2 mikroskop. Präparate, Schweden, Dalarna, Ludvika, Brunnsvik   GoogleMaps , K.-H. Forsslund leg. 19. 7. 1943.

ZMB Nr. 119/IV : 1 Ad., DDR, Greifswald, Elisenhain   GoogleMaps , Buchen-Stieleichen-Hainbuchen-Wald, Zersetzungshorizont und obere Humusschicht, M. Moritz leg. Nr. 1957. - ZMB Nr. 119/B88 : 1 Ad., DDR, Bad Frankenhausen, Suedrand des Kyffhaeusergebirges   GoogleMaps , Graswurzelfilz in einer Schrunde, M. Moritz leg. 10. 11. 1964. - ZMB Nr. 119/B269 : 3 Ad., DDR, Feldberg, Kreis Templin, Rotbuchen-Erlen-Weißbuchen-Wald am ostexponierten Steilhangufer des Schmalen Luzin   GoogleMaps , feuchte Streuauflage, M. Moritz leg. 5. 9. 1974. - ZMB Nr. 119/U14 : 1 Ad., Ungarn, Csevharaszt   GoogleMaps , Puszta, Buschsteppenwald auf Flugsanddünen, Juniperusstreu-Rohhumus, M. Moritz leg. 1. 10. 1964.

Lectotypus, Locus typicus: In der Sammlung Willmann konnte nur ein mikroskopisches Präparat mit der Aufschrift "57a, Frenzel, Brachychthonius bimaculatus Willm . 1935" aufgefunden werden. Entgegen der Angabe Willmanns (1936, p. 290) befinden sich in dem Präparat nicht ein, sondern 2 Exemplare, die mehr oder weniger stark gequetscht sind und der nahe verwandten Art Brachychthonius hirtus n. sp. angehören. Es liegt daher durchaus die Vermutung nahe, daß auf den Präparaten die Fundortnummern Willmanns vertauscht worden sind und hier die Exemplare aus der "Probe 47a: 2 Expl. (16. 11. 33)" vorliegen.

Da die übrigen 2 Exemplare der Typusserie nicht aufgefunden werden konnten, Willmanns Beschreibung und Abbildung sich aber eindeutig auf Tiere mit zweizeilig stark gefiederten Dorsalborsten bezieht, wird hier die Abbildung 22 (Willmann 1936, p. 289, Abb. 22) als Lectotypus festgelegt.

Der Locus typicus ist Polen, Psie Pole   GoogleMaps bei Wroclaw ( Mähwiese bei Hundsfeld), G. Frenzel leg. 14. 3. 1934.

Beschreibung: Körperfarbe weißlich bis hellgelbbraun. Körper schmal, schwach sklerotisiert. Dorsalskulpturen zum Teil schwer erkennbar. Medianfelder des Notogaster verschmolzen. Alle Dorsalborsten kurz und zweizeilig lang und fein gefiedert.

Prodorsum schmal, im Profil sehr flach. Rostrum nicht besonders abgesetzt. Rostralzaehne vorhanden, Lateralzähne fehlen. Die hinteren 3 Medianfeldpaare sind zu einem einheitlichen caudalen Randfeld des Prodorsum verschmolzen. In ihm liegen die 2 Paar mittleren Muskelinsertionsflächen. Vor diesem Caudalfeld bilden die 2 folgenden Medianpaare ein viel schmaleres, länglichovales Medianfeld, in dem die ursprünglichen Feldgrenzen noch mehr oder weniger durch grubige Vertiefungen erkennbar sind. Zwischen diesen dicht zusammenliegenden Medianfeldern und dem unmittelbar hinter den Lamellarhaaren gelegenen Feldpaar befindet sich ein mit groben grubigen Vertiefungen versehener Zwischenraum, der durch Reduktion eines Medianfeldpaares entstanden ist. Das vor den Lamellarhaaren gelegene rostrale Feldpaar ist vorhanden. Transversale Rostrallinien fehlen. Die Prodorsumborsten sind alle zweizeilig lang gefiedert. Die feinen Fiederborsten stehen dabei mehr als bei den Notogasterborsten seitlich schräg nach oben. Der Abstand zwischen den Lamellar- und Interlamellarhaaren ist gleich.

Exobothridialhöcker deutlich entwickelt und seitlich vorgewölbt, den Lateralrand des Prodorsum aber nicht erreichend. Sensilluskeule eine kurze und dicke, fast zylindrische Spindel, die mit Reihen feiner, langer Borsten besetzt ist. Das durchschnittliche Längen- zwischen Keule und Stiel beträgt 1,08.

Notogaster sehr schmal, Schulterecken sind deutlich ausgeprägt. Die Medianfelder des Notogaster sind zum größten Teil verschmolzen. Auf dem Notogasterschild Na ist das vordere Medianfeld durch eine seitliche Einschnürung und eine unterbrochene Transversallinie andeutungsweise zweigeteilt. Das hintere Medianfeld kann bei stärker sklerotisierten Tieren im hinteren Drittel eine leichte laterale Einschnürung und eine sehr undeutliche unterbrochene Transversallinie besitzen. Der Kutikularring auf dem Notogasterschild Na ist groß und kreisrund und fällt bei den schwach sklerotisierten Tieren besonders stark ins Auge. Von den Rosettenfeldern ist nur das caudo-mediale vorhanden.

Die Notogasterborsten sind fein und kurz. Die d1-Borsten überragen nicht den Hinterrand des Notogasterschildes Na. Alle Borsten sind zweizeilig lang und fein gefiedert. Die 4 bis 6 Fiederborsten werden zur Borstenspitze hin allmählich kürzer.

Das Pygidium besitzt hinter den h1-Borsten eine deutliche abgesetzte Vorwölbung, auf der die ps1-Borsten inserieren.

Systematische Stellung: Brachychthonius bimaculatus unterscheidet sich von allen hier genannten Arten der Gattung durch die zweizeilig lang und fein gefiederten Dorsalborsten.

Die bisher immer nur in geringer Abundanz und vereinzelt gefundene Art dürfte Standorte mit Tendenzen zur Rohhumusbildung und stärkerer Myzelentwicklung bevorzugen.

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