Cerastium, L.

Hans Ernst Hess, Elias Landolt & Rosmarie Hirzel, 1976, Cerastium in: Flora der Schweiz und angrenzender Gebiete. Band 1. Pteridophyta bis Caryophyllaceae (2 nd edition), Flora der Schweiz und angrenzender Gebiete. Band 1. Pteridophyta bis Caryophyllaceae (2 nd edition), Basel und Stuttgart: Birkhäuser Verlag, pp. 806-819: 806-807

publication ID

http://doi.org/ 10.5281/zenodo.321390

persistent identifier

http://treatment.plazi.org/id/03C587EA-835D-FFFC-FC4C-FA86F9DCF88E

treatment provided by

Plazi

scientific name

Cerastium
status

 

Cerästium L  .,

Hornkraut

Unterscheidet sich von der Gattung Stellaria  (S. 799) durch folgende Merkmale: Blätter stets ungestielt (höchstens die untersten sehr kurz gestielt), nie herzförmig, oft schmal lanzettlich, häutiger Rand der innern Kelchblätter 0,3-1,5 mm breit; Kronblätter tief ausgerandet oder bis höchstens zur M itte 2 teilig; Griffel 5 (sehr selten 4 oder 6) oder (bei C. trigynum  und C. anomalum  mit kleinen, schmal lanzettlichen Blättern) 3 \ Kapsel oft gekrümmt, sich mit 10 oder (bei C. trigynum  und C. anomalum  ) mit 6 Zähnen öffnend; Zähne höchstens ^ 3 so lang wie die Kapsel.

Die G attung Cerastium  umfaßt etwa 100 Arten und hat ihre Hauptverbreitung in der nördlich gemäßigten Zone der Alten Welt (wenige Arten auch in Amerika und in den Gebirgen der Tropen). Die G attung variiert nur in wenigen unauffälligen M erkmalen; zudem sind wahrscheinlich Merkmalsintrogressionen zwischen den Arten verbreitet. Die Arten sind deshalb sehr schwierig zu charakterisieren und zu Gruppen zusammenzuordnen. Zur A bklärung von Verwandtschaftsverhältnissen innerhalb der ganzen G attung sind Kreuzungsexperimente notw endig. Chromosomengrundzahlen n = 9, 19.

Schlüssel zur Gattung Cerastium 

1. Griffel 3 (selten 4 oder mehr); Blätter im Blütenstand krautig, ohne häutigen Rand.

2. Pflanze ausdauernd, mit kriechenden, oft wurzelnden, sterilen Trieben; Blätter kahl, seltener am Grunde etwas b e w im p e rt...................................................................................... C. trigyn w n (Nr. 1)

2*. Pflanze ljährig, ohne sterile Triebe; Blätter nur am Rande oder auch auf den Flächen drüsig b e h a a r t............................................................................................................................... C. anom alum (Nr. 2)

1*. Griffel 5.

3. Pflanzen l-2jährig, ohne sterile Triebe; Kronblätter 2,5-6 (bei C. cam panulatum bis 8) mm lang; Blätter kaum über 1,5 cm l a n g .............................................................................. A rtengruppe des C. sem idecandrum (Nr. 3)

3 *. Pflanzen meist ausdauernd, mit sterilen Trieben; Kronblätter 7-18 mm lang (bei C. caespitosum  nur 4-7 mm lang, dort aber Blätter bis 3 cm lang).

4. In den Achseln der Blätter meist keine Blattbüschel; Blätter l 1/2-6mal so lang wie breit.

5. Kronblätter 3/4- l 1/2mal so lang wie die Kelchblätter, 4—9 mm lang; Samen mit kleinen, länglichen H öckern....................................................................................................... A rtengru ppe des C. caespitosum  (N r.4)

5*. Kronblätter l 1/2-2 1/4mal so lang wie die Kelchblätter, 9- 18 mm lang (nur bei C. pedunculatum Kronblätter  l - l 1/2mal so lang wie die Kelchblätter und 7-10 mm lang, dort aber Samen nur mit undeutlichen Höckern auf der verschrumpften Oberfläche).

6. Unterste Blätter im Blütenstand ähnlich wie die obersten Stengelblätter und meist fast so lang; ohne häutigen R a n d ...................................................................... A rtengruppe des C. latifolium  (Nr. 5)

6*. Unterste Blätter im Blütenstand höchstens 1/2 so lang wie das oberste Stengelblatt, an der Spitze meist mit schmalem, häutigem R a n d ..................................... C. alpinum  (Nr.6)

4*. In den Achseln der untern Blätter meist Blattbüschel oder kurze Triebe; die meisten Blätter 4-20mal so lang wie breit.

7. Stengel rückwärts anliegend oder abstehend behaart; Haare 0,1-0,5 mm lang, g e r a d e .................................................................................................................................... A rtengruppe des C. arvense  (Nr. 7)

7*. Stengel sehr locker bis dicht filzig behaart; Haare 1-3 mm lang, geschlängelt.

8. Stengel und Blätter dicht weißfilzig b e h a a rt............................................................ C. tom entosum (Nr. 8)

8*. Stengel sehr locker filzig behaart; Blätter k a h l ...................................................... C. lineare  (Nr.9)

Bastarde

Der Bastard C. arvense  x C. tomentosum  wurde verschiedentlich aufgefunden (vgl. K aleva 1966). Sonst ist über Bastarde außerhalb der Artengruppen nichts Sicheres bekannt.