Chara intermedia A. Braun

Kurzstachelige Armleuchteralge

Art ISFS: Checklist: 50015 Characeae Chara Chara hispida aggr. Chara intermedia A. Braun

Bestimmungsschlüssel

Zusammenfassung

Artbeschreibung Ziemlich robuste Pflanze, 10 cm bis> 1 m gross, graugrün, oft stark mit Kalk krustiert. Sprossachse: 0,6 - 1,8 mm im Durchmesser. Internodien: 5 - 15 cm lang, 2- bis 4 (6) mal länger als die Quirläste . Rinde: regelmässig ausgebildet, diplostich, leicht tylacanth bis isostich. Stacheln: deutlich kürzer als der Sprossdurchmesser, z.T. papillenartig, zahlreich vor allem an den oberen Internodien, einzeln oder auch zu 2 - 3 gruppiert. Stipularen: in zwei locker stehenden Reihen, Enden spitz oder auch stumpf. Astquirle: 8 - 12 Äste pro Quirl, wobei die oberen rotbraun erscheinen können (Lichtschutzpigmente aus Carotinoiden). Äste: 4 - 10 cm lang, kräftig, abstehend oder aufrecht; jeder Ast aus 4 - 8 (10) Gliedern mit 1 - 3 unberindeten Endgliedern. Monözisch . Gametangien: männliche und weibliche zusammen an den ersten 1 - 4 (5) Astknoten. Blättchen: ventrale gleich lang oder länger als das Oogonium, dorsale kürzer . Antheridien: einzeln, klein, mehr oder weniger leuchtend orange, Durchmesser 0,4 - 0,5 mm. Oogonien: einzeln und gross, 0,9 - 1,2 mm lang, 0,6 - 0,72 mm breit. Oosporen: schwarz, eiförmig, 0,6 - 0,84 mm lang, 0,43 - 0,55 mm breit, 12 - 14 deutlich ausgeprägte Rippen; verkalken zur Gyrogoniten. Bulbillen: an Knoten, häufig vorhanden.

Phänologie Chara intermedia ist eine der grössten Chara-Arten in Europa. Die Art ist mehrjährig, hauptsächlich mit vegetativer Fortpflanzung. Die unteren Sprossteile bleiben das ganze Jahr hindurch erhalten, worauf im Frühjahr Jungsprosse nachwachsen. Die Pflanzen bilden im Sommer bis in den Herbst Gametangien, bleiben aber meist nur wenig fertil und überdauert oft steril. Verwechslungsmöglichkeiten Chara intermedia gehört zu einer sehr polymorphen Taxagruppe ( Chara hispida aggr.) mit undeutlichen morphologischen Unterscheidungsmerkmalen gegenüber Chara hispida s. str. und Chara polyacantha, von denen sie auch genetisch kaum zu unterscheiden ist. Sie weist von allen drei Arten die geringste Bestachelung auf. Die Taxonomie dieser drei Arten ist noch nicht geklärt; es ist durchaus möglich, dass es sich um standortabhängige Formen ein und derselben Art handelt. Chara subspinosa (= C. hispida f. rudis), eine andere Süsswasserart aus dieser polymorphen Gruppe, wurde nicht als Element der Schweizer Flora übernommen . In Küstengebieten Europas sind zwei weitere Arten des Aggregats beschrieben, Chara baltica und Chara horrida. Beide leben ausschliesslich in Brack- und Salzwasser und haben in der Schweiz keine natürlichen Vorkommen.

Standort und Verbreitung in der Schweiz Chara intermedia besiedelte früher verschiedene Weiher im waadtländischen Chablais, den Glattkanal und Seen wie den Lac de Bret und Lac de Joux, auch aber auch Feuchtgebiete im Mittelland im Umfeld folgender Seen: Katzensee, Pfäffikersee, Neuenburgersee, Bodensee und Genfersee. Heute kommt sie im Mittelland vor, insbesondere in den Niederungen der Linth, der Thur, der Reuss, der Aare, der Rhone, des Inns und rund um den Neuenburgersee. Ihre Verbreitung ähnelt der von C. hispida.

Allemeine Verbreitung Subkosmopolit, schwerpunktmässig auf der Nordhemisphäre . Status

Status IUCN: Stark gefährdet

Nationale Priorität: 3 - Mittlere nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Habitatverlust Hohe Wassertemperaturen Mangel an Dynamik in aquatischen Lebensräumen Gewässereutrophierung Wissenslücken

Ökologie

Chara intermedia besiedelt unterschiedliche permanent wasserführende Lebensraumtypen: Gräben, frisch erschlossene Kiesgruben, Seen, 0,1 bis 5 m tiefe Flachmoore. Sie gedeiht in oligo-mesotrophen bis mesotrophen Gewässern mit neutralem, sehr mineralreichen Wasser ( Leitfähigkeit > 300 µS /cm), auf kalkhaltigem Sandgrund oder kalziumreichem Tonsubstrat mit hohem organischen Anteil. Die Art ist von der kollinen bis in die subalpine Höhnstufe anzutreffen. Lebensraum Milieux Phytosuisse (© Prunier et al. 2017)

I.1.2.2.6 - Charetum intermediae

Lebensraum nach Delarze & al. 2015

1.1.1 - Armleuchteralgengesellschaft (Charion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse1 - Zusatz- oder Nebenlebensraum
Ruhiges Wasser2 - Schwerpunktlebensraum
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Chara intermedia A. Braun

Volksname Deutscher Name: Kurzstachelige Armleuchteralge

Nom français: -- Nome italiano: --

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein Status Rote Liste national 2012

Status IUCN: Stark gefährdet

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: --

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität3 - Mittlere nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

Kein internationaler, nationaler oder kantonaler Schutz

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Habitatverlust Stillgewässer erhalten und weitere potentielle Wuchsorte in Auengebieten (in Verbindung mit Grundwasser) anlegen. Hohe Wassertemperaturen Mangel an Dynamik in aquatischen Lebensräumen Stillgewässer erhalten und weitere potentielle Wuchsorte in Auengebieten (in Verbindung mit Grundwasser) anlegen. Gewässereutrophierung Die Nährstoffkonzentration auf einem mesotrophen Niveau halten und eine Eutrophierung vermeiden. Im Uferbereich breite Pufferstreifen mit Verlandungs- und Gebüschzonen, Hecken- und Waldstreifen usw. erhalten. Verhindern, dass grosse Nährstofffrachten über Oberflächenabflüsse, Drainagen usw., ins Gewässer gelangen. Sowohl im Einzugsgebiet als auch in der unmittelbaren Umgebung des Gewässers eine extensive Bewirtschaftung mit den Instrumenten der Landwirtschaftspolitik fördern . Wissenslücken Die Entwicklung bekannter Bestände überwachen und die Kenntnisse über die

Ökologie

der Art und über die standörtlichen Unterschiede vertiefen.