Hyoscyamus niger L.

Schwarzes Bilsenkraut

Art ISFS: 209700 Checklist: 1023980 Solanaceae Hyoscyamus Hyoscyamus niger L.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 20-80 cm hoch, einfach oder verzweigt, drüsig und zottig behaart, reichblättrig . Blätter grob buchtig gezähnt bis etwas fiederteilig, am Rand und auf den Rippen kurz behaart. Blüten einzeln in den Blattwinkeln, aufrecht, fast sitzend. Krone weit glockenförmig, undeutlich zweilippig, trübgelb, meist violett geadert, aussen behaart, 2-3 cm lang. Frucht eine eiförmige Kapsel, mit einem Deckel aufspringend, 1-1,5 cm lang.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 6-9

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Wegränder, Schuttplätze, in warmen Lagen / kollin-montan(-subalpin) / Zerstreut CH, v.a. VS

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Eurasiatisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 2 + 35+44 + 4.k-t.2n=34

Status

Status IUCN: Verletzlich

Nationale Priorität: 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Ungeeignete Wegpflege Herbizideinsatz Verlust des Lebensraums

Ökologie

Lebensform Monokarper Hemikryptophyt, Therophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

7.1.5 - Trockenwarme Ruderalflur (Onopordion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl FfrischLichtzahl LhellSalzzeichen1
Reaktionszahl Rschwach sauer bis neutral (pH 4.5-7.5)Temperaturzahl Twarm-kollin
Nährstoffzahl Nsehr nährstoffreich bis überdüngtKontinentalitätszahl Ksubkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Hyoscyamus niger L.

Volksname Deutscher Name: Schwarzes Bilsenkraut Nom français: Jusquiame noire Nome italiano: Giusquiamo nero, Disturbo

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Hyoscyamus niger L.Checklist 2017209700
=Hyoscyamus niger L.Flora Helvetica 20011545
=Hyoscyamus niger L.Flora Helvetica 20121520
=Hyoscyamus niger L.Flora Helvetica 20181520
=Hyoscyamus niger L.Index synonymique 1996209700
=Hyoscyamus niger L.Landolt 19772581
=Hyoscyamus niger L.Landolt 19912095
=Hyoscyamus niger L.SISF/ISFS 2209700
=Hyoscyamus niger L.Welten & Sutter 19821446

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Verletzlich

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: C1; C2a(i)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
Mittelland (MP)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)B2ab(iii); C2a(i)
Alpennordflanke (NA)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)A2c
Alpensüdflanke (SA)verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
Östliche Zentralalpen (EA)stark gefährdet (Endangered)B2ab(iii)
Westliche Zentralalpen (WA)verletzlich (Vulnerable)C1; C2a(i)

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände0 - Überwachung ist nicht nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
GEVollständig geschützt(25.07.2007)
Schweiz--
VDVollständig geschützt(02.03.2005)

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft:Z - Zielartweitere Informationen

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Ungeeignete Wegpflege Wegrandvorkommen vor der Pflege klar hervorheben Vorkommen beim Pflegemähen schonen Betreiber, Gemeinden und Eigentümer sensibilisieren und informieren Herbizideinsatz Bewirtschaftungsverträge abschließen (Keine Herbizide, Keine Saatgutreinigung) Verlust des Lebensraums Beibehaltung des traditionellen Getreideanbaus (insbesondere Weizen) und der natürlichen Ackerrandstreifen Schaffung und Erhaltung von trockenen offenen Umgebungen in der Nähe der aktuellen Fundstellen (insbesondere Brachland, Brachflächen, Rasenflächen) Erhaltung von offenen trockenen Unkrautfluren Ex situ Material Close