Centaurea nemoralis Jord.

Schwarze Flockenblume

Art ISFS: 99300 Checklist: 1010900 Asteraceae Centaurea Centaurea jacea aggr. Centaurea nemoralis Jord.

Bestimmungsschlüssel

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 20-90 cm hoch. Stängel unter den Köpfen meist verdickt. Untere Blätter eiförmig bis lanzettlich, fein gezähnt oder ganzrandig, ungeteilt oder fiederteilig. Blüten purpurn, die äusseren kaum vergrössert . Hülle 1-1,5 cm lang und ebenso dick. Hüllblätter mit schwarzen, kammförmig gefransten Anhängseln, die den grünen Teil der Hülle meist ganz verdecken. Früchte ca. 3 mm, Pappus ca. 1 mm lang, dunkel.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 7-10

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Magere Wiesen, Waldränder / kollin(-montan) / M, J

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Westeuropäisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 323-442.h.2n=22(44)

Status

Status IUCN: Stark gefährdet

Nationale Priorität: 3 - Mittlere nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Kleine, isolierte Vorkommen Ungeeignete Pflege (zu häufige, zu frühe Mahd (insbesondere zu früher Emdschnitt)) Eutrophierung der (Ginster-)Heiden Ungeeignete Beweidung (Intensive, Tritt, Frass) Rückgang der Lebensräume Konflikte mit BFF- und Vernetzungsprojektvorschriften

Ökologie

Lebensform Mehrjähriger Hemikryptophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

5.1.2 - Mesophiler Krautsaum (Trifolion medii)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Fmässig feuchtLichtzahl LhellSalzzeichen--
Reaktionszahl Rsauer (pH 3.5-6.5)Temperaturzahl Tkollin ( Laubmischwälder mit Eichen)
Nährstoffzahl Nmässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreichKontinentalitätszahl Ksubozeanisch (hohe Luftfeuchtigkeit, geringe Temperaturschwankungen, eher milde Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Centaurea nemoralis Jord.

Volksname Deutscher Name: Schwarze Flockenblume Nom français: Centaurée des bois Nome italiano: Fiordaliso boschivo

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Centaurea nemoralis Jord.Checklist 201799300
=Centaurea nemoralis Jord.Flora Helvetica 20012253
=Centaurea nemoralis Jord.Flora Helvetica 20122238
=Centaurea nemoralis Jord.Flora Helvetica 20182238
=Centaurea nemoralis Jord.Index synonymique 199699300
=Centaurea nemoralis Jord.Landolt 19773011
=Centaurea nemoralis Jord.Landolt 19912429
=Centaurea nemoralis Jord.SISF/ISFS 299300
=Welten & Sutter 19821900

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Stark gefährdet

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: B2ab(iii)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)stark gefährdet (Endangered)B2ab(iii)
Mittelland (MP)stark gefährdet (Endangered)B2ab(iii)
Alpennordflanke (NA)stark gefährdet (Endangered)B2ab(iii)
Alpensüdflanke (SA)--
Östliche Zentralalpen (EA)--
Westliche Zentralalpen (WA)--

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität3 - Mittlere nationale Priorität
Massnahmenbedarf2 - Klarer Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände2 - Überwachung ist nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
GEVollständig geschützt(25.07.2007)
TGVollständig geschützt(01.01.2018)
Schweiz--
VDVollständig geschützt(02.03.2005)

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft:Z - Zielartweitere Informationen
Umweltziele für die Waldbewirtschaftung:Z - Zielartweitere Informationen

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Kleine, isolierte Vorkommen Schutz aller Fundstellen (Mikroreservate) Bewirtschaftungsverträge für alle Vorkommen anstreben Regelmässige Bestandeskontrollen alle 2-3 Jahre ausgewählter bestände Ex-situ Vermehrung von indigenem Material (Samen) und Wiederansiedlung an ursprünglichen (oder potentiellen) Fundstellen, Vernetzung bestehender Populationen (z.B. auf Rissmörane im Kt. Bern und Aargau, auf Biodiversitätsförderungflächen neue Stellen durch Einsaat in Waldsäume schaffen) Auf BFF mit Vernetzung sollte der Altgrasstreifen, entgegen den Auflagen, immer im selben Bereich, am Waldrand stehen gelassen werden! Die Nutzung oder Pflege des Waldsaums sollte wie oben dargelegt erfolgen. Für BFF mit Centaurea nemoralis, bei denen der Bewirtschafter beraten wird, sollte mit einem Meldesystem sichergestellt werden, dass der Bewirtschafter bei einer Kontrolle seiner BFF keine Abzüge bekommt (die Waldsaumpflege könnte ausnahmsweise auch im Winter gemacht werden, dann könnte es so aussehen, als hätte der Bewirtschafter entgegen der ÖAV die Fläche nicht genutzt). Ob eine derartige Behandlung der Waldsäume auf BFF mit Vernetzung allein mit Beratung machbar ist, ist fraglich. Falls die Bewirtschafter einverstanden sind, wäre ein Naturschutzvertrag besser. Ungeeignete Pflege (zu häufige, zu frühe Mahd (insbesondere zu früher Emdschnitt)) Späte Mahd (Herbstreinigungsschnitt; falls Balkenmähereinsatz, erst ab Obktober) Früher Schnitt unbedingt verbieten Material abführen (nicht einfach mulchen) Weidepflege nur selektiv, z.B. Brombeeren zurückschneiden Eutrophierung der (Ginster-)Heiden Stufigen Waldrand mit Krautsaum zulassen, keine Düngung in Pufferstreifen, keine Intensivnutzung bis in den Krautsaum hinein Förderung der extensiven Landwirtschaft ohne Dünger Ungeeignete Beweidung (Intensive, Tritt, Frass) In Gebieten mit Vorkommen nur extensive Beweidung erlauben Eventuell auszäunen der Populationen und pflegen Bewirtschafter sensibilisieren Rückgang der Lebensräume Gehölz oder Waldrand regelmässig zurückschneiden Erhalten oder Fördern von eher nährstoffarmen, kalkarmen Böden und späte Mahd, damit die spätblühende Art versamen kann Konflikte mit BFF- und Vernetzungsprojektvorschriften Anpassung der jeweiligen Verträge auf die Bedürfnisse von Centaurea nemoralis (z.B. Altgrasstreifen dort, wo es für deren Förderung Sinn macht) In-situ Massnahmen Close Mehr Informationen R. Höcker, 2008: Centaurea nigra L. subsp. nemoralis (Jord.) Gremli (Hain-Flockenblume) Verbreitungsinseln in Nordbayern, RegnitzFlora - Mitteilungen des Vereins zur Erforschung der Flora des Regnitzgebietes Band 2, S. 31- 43