Chondrilla chondrilloides (Ard.) H. Karst.

Alpen-Knorpelsalat

Art ISFS: 110300 Checklist: 1012080 Asteraceae Chondrilla Chondrilla chondrilloides (Ard.) H. Karst.

Bestimmungsschlüssel

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): Ähnlich wie Ch. juncea, aber nur 15-30 cm hoch, kahl, mehrfach gabelig verzweigt, grundständige Blätter länglich-lanzettlich, ganzrandig oder mit einzelnen Zähnen, zur Blütezeit noch grün, Köpfe in einer doldigen Rispe, Früchte mit Schnabel 5-6,5 mm lang, unter dem Schnabel mit schuppigen Wülsten .

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 7-8

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Kiesböden, Alluvionen / kollin-montan / Nordwestliches GR, SG (Rheingebiet)

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Alpin-apenninisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 3w + 42-43 + 4.h.2n=10

Status

Status IUCN: Stark gefährdet

Nationale Priorität: 3 - Mittlere nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Kleine, isolierte Vorkommen Rückgang der Kiesflächen in Auen durch Einengung der Flüsse

Ökologie

Lebensform Mehrjähriger Hemikryptophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

3.2.1.1 - Alluvionen mit krautiger Pioniervegetation (Epilobion fleischeri)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl F--Lichtzahl L--Salzzeichen--
Reaktionszahl R--Temperaturzahl T--
Nährstoffzahl N--Kontinentalitätszahl K--

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse2 - Schwerpunktlebensraum
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Chondrilla chondrilloides (Ard.) H. Karst.

Volksname Deutscher Name: Alpen-Knorpelsalat, Alpen-Knorpellattich Nom français: Chondrille des torrents Nome italiano: Lattugaccio dei torrenti

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Chondrilla chondrilloides (Ard.) H. Karst.Checklist 2017110300
=Chondrilla chondrilloides (Ard.) H. Karst.Flora Helvetica 20012288
=Chondrilla chondrilloides (Ard.) H. Karst.Flora Helvetica 20122288
=Chondrilla chondrilloides (Ard.) H. Karst.Flora Helvetica 20182288
=Chondrilla chondrilloides (Ard.) H. Karst.Index synonymique 1996110300
=Chondrilla chondrilloides (Ard.) H. Karst.SISF/ISFS 2110300
=Welten & Sutter 19821958

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Stark gefährdet

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: B2ab(iii)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)--
Mittelland (MP)verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
Alpennordflanke (NA)verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
Alpensüdflanke (SA)--
Östliche Zentralalpen (EA)stark gefährdet (Endangered)B2ab(iii)
Westliche Zentralalpen (WA)--

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität3 - Mittlere nationale Priorität
Massnahmenbedarf2 - Klarer Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

Kein internationaler, nationaler oder kantonaler Schutz

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Kleine, isolierte Vorkommen Schutz der Fundstellen (Mikroreservate) Regelmässige Bestandeskontrollen (Monitoring) Im Notfall Verpflanzung von Vorkommen in ehemaligen oder geeigneten Fundstellen (assisted migration) Rückgang der Kiesflächen in Auen durch Einengung der Flüsse An geeigeneten Stellen Gewässerraum wesentlich verbreitern, damit breite Schotterbereiche wieder entstehen Keine Normbreiten sondern differenzierte Gewässerräume . Mehr Informationen R. Harzer & J. Kollmann, 2018: Die letzte Population des Alpen-Knorpellattichs in Deutschland: Gefährdungsanalyse und Förderung der Art - ANLiegen Natur 40(1): 13-16