Liochthonius leptaleus , Moritz, M., 1976

Moritz, M., 1976, Revision der europäischen Gattungen und Arten der Familie Brachychthoniidae (Acari, Oribatei) Teil 1. Allgemeiner Teil: Brachychthoniidae Thor, 1934. Spezieller Teil: Liochthonius v. d. Hammen, Mitteilungen aus dem Zoologischen Museum in Berlin 52, pp. 27-136: 45-49

publication ID

ORI10013

persistent identifier

http://treatment.plazi.org/id/379DF63E-6FE7-9556-FD34-2EFDC6394885

treatment provided by

Thomas

scientific name

Liochthonius leptaleus
status

nov. spec.

Liochthonius leptaleus  nov. spec. (Abb. 8 ab)

Material: ZMB Nr. 422/IV/1: 1 Ad., Holotypus, DDR, Elisenhain bei Eldena   GoogleMaps, Kreis Greifswald, Buchen-Stieleichen-Hainbuchen-Wald, Zersetzungshorizont, M. Moritz leg. 10. 12. 1957.  - ZMB Nr. 422/IV/2-3: 2 Ad., Paratypen, DDR, vom selben Standort.  - ZMB Nr. 422/1123/5-27: 23 Ad., Paratypen, Ungarn, Csevharaszt, 45 km suedl . Budapest   GoogleMaps, Stieleichenklimaxwald auf Flugsanddünen (Pustaformation), Zersetzungshorizont, M. Moritz leg. 1. 10. 1964.  - ZMB Nr. 422/U38/28-30: 3 Ad., Paratypen, Ungarn Voroesbereny , Balaton   GoogleMaps, Flaumeneichenbuschwald auf Terra fusca, Zersetzungshorizont, M. Moritz leg. 7. 10. 1964.  - ZMB Nr. 422/B248/31: 1 Ad., Paratypus, DDR, Tiefensee, Bezirk Frankfurt/Oder, Traubeneichen-Buchen-Lindenwald am Gransee   GoogleMaps. Südexp. Diluvialhang, Streuauflage, M. Moritz leg. 20. 9. 1970.  - ZMB Nr. 422/B269/32-58: 26 Ad., DDR, Feldberg, Kreis Templin, Rot- und Hainbuchenbestand am O-exponierten Steilufer des Schmalen Luzin   GoogleMaps, Streuauflage, M. Moritz leg. 5. 9. 1974. 

Holotypus, Locus typicus: Der Holotypus ist im Zoologischen Museum des Museums für Naturkunde der Humboldt-Universität Berlin deponiert.

Der Locus typicus ist DDR, Elisenhain bei Eldena, Kreis Greifswald. Der Holotypus stammt aus einem Buchen-Stieleichen-Hainbuchenwald mittleren Alters, in dem die Esche vereinzelt eingeschaltet ist. Eine Strauchschicht fehlt. Die Bodenprobe wurde einem moderartigen Zersetzungshorizont auf braunem bis schwarzbraunem, schwach lehmigem Feinsand mittleten Wassergehaltes am 10. 12. 1957 entnommen (vgl. Moritz 1963, p. 153, Standort IV).

Beschreibung: Die Körperfarbe ist gelbbraun bis weißlich. Das Opisthosoma ist vom Prosoma durch Schulterecken abgesetzt. Alle Dorsalborsten sind lang und mit einer breiten velumartigen Randerweiterung versehen. Die Dorsalflecke sind in der Regel undeutlich. Der Körperhabitus erinnert an die Vertreter der horridus-Gruppe  .

Das Prodorsum ist so lang wie breit oder um ein geringes länger. Das Rostrum ist stärker aufgewölbt und vom Prodorsum deutlich abgesetzt. Alle Prodorsumborsten sind deutlich erweitert. Die Rostral- und Lamellarhaare sind fast gleichlang. Die Interlamellarhaare sind mit 15 bis 18 µm am kürzesten. Der Abstand der Lamellarhaare voneinander ist nur wenig geringer als der der Interlamellarhaare. Die Spitzen beider Borstenpaare sind aufeinandergerichtet.

Der Sensillus besitzt eine kurze und breite spindelförmige Keule, die kürzer als der Stiel ist. Sie ist mit nur wenigen dicken und starren Stachelborsten besetzt. 4 bis 5 Stachelborsten stehen in einer Reihe. Die dorsalen Stachelborsten sind länger als die lateralen und ventralen.

Der Exobothridialhöcker ist klein. Von seiner Vorderkante verläuft wie bei allen Arten der Gruppe eine Linie, verursacht durch den steileren Abfall des seitlichen Prodorsum, bis zu den Lamellarhaaren. Der Seitenrand des Prodorsum ist zwischen der rostralen Aufwölbung und dem Exobothridialhöcker stärker vorgewölbt.

Die interbothridialen Dorsalflecke nehmen von vorne nach hinten an Größe gleichmäßig ab. Sie sind jeweils um ihren Durchmesser voneinander enfernt. Das vordere Paar liegt zwischen den Interlamellarhaaren.

Das Opisthosoma besitzt deutliche Schulterecken. Zwischen seinen 3 Abschnitten ist es ähnlich wie bei den Vertretern der horridus-Gruppe  stärker eingezogen. Die Dorsalborsten sind mit einem breiten Randvelum versehen. Besonders stark ist auch die Velumbildung bei den Borsten des Pygidium, die auch stärker gegen die Körperoberfläche gekrümmt sind. Die Randvela verlaufen in fast gleicher Breite bis zum Borstenende, wo sie etwas gezackt erscheinen. Die Borsten des vorderen Notogasterschildes sind relativ lang. Die d-Borsten überragen den Schildhinterrand um fast ihre halbe Länge. Die e1- Borsten überragen den Hinterrand ihres Notogasterschildes um mehr als ihre halbe Länge. Die Borsten der 2 hinteren Notogasterabschnitte stehen auf niedrigen Insertionshöckern.

Der vordere Pleuralschild Pl1 besitzt einen konkaven Vorderrand und ist dem von L. brevis  sehr ähnlich.

Systematische Stellung: Liochthonius leptaleus  n. sp. ist von L. brevis  außer durch die geringere Größe durch die kürzeren, aber viel breiteren Dorsalborsten und die nur mit wenigen Stachelborsten besetzte Sensilluskeule sowie durch die Anordnung der interbothridialen Maculae zu unterscheiden.

Von dem offensichtlich nahe verwandten, etwas kleineren L. propinquus  unterscheidet sich die Art u. a. durch die breitere und wenig bestachelte Sensilluskeule und die längeren c- und d-Borsten. Die d-Borsten überragen z. B. bei L. propinquus  nicht den Hinterrand des Notogasterschildes.

Von Liochthonius dilutus  n. sp. ist die Art durch die geringere Größe, die Sensilluskeule und die Stellung der interbothridialen Maculae zu trennen.

Die vorliegenden Funde der Art beschränken sich zunächst auf mehr oder weniger bewaldete sandig-lehmige diluviale Standorte mit mittlerem, aber stärker schwankendem Wassergehalt durch Insolation.