Ophioglossum vulgatum L.

Hess, Hans Ernst, Landolt, Elias & Hirzel, Rosmarie, 1972, Flora der Schweiz und angrenzender Gebiete. Band 1. Pteridophyta bis Caryophyllaceae (2 nd edition): Registerzuband 1, Birkhaeuser Verlag : 142

publication ID

https://doi.org/ 10.5281/zenodo.291815

persistent identifier

https://treatment.plazi.org/id/8CC37B43-29BB-AC7F-4582-0F02DAE5379B

treatment provided by

Donat

scientific name

Ophioglossum vulgatum L.
status

 

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Gemeine Natterzunge

Rhizom kurz, senkrecht, fleischig, mit fast quirlig angeordneten, waagrecht verlaufenden Wurzeln, oft lange Ausläufer treibend; aus Adventivknospen entwickeln sich neue Pflanzen. Blätter einzeln, selten zu 2 oder 3, kahl, meist 10-20 cm hoch; Blattstiel bis 15 cm lang, wovon bis zur Hälfte unterirdisch, rund. Nicht sporentragender Blatteil bis 12 cm lang, etwa 3mal so lang wie breit, oval bis lanzettlich, ungeteilt, ganzrandig, am Grunde trichterförmig in den Blattstiel verschmälert, kurz herablaufend, netzadrig, fleischig, gelbgrün; sporentragender Blatteil gestielt (5-16 cm lang), aus der Basis der nicht sporentragenden Blattspreite hervorgehend, diese oft überragend; Sporangienstand 2-5 cm lang, 0,3-0,4 cm breit, oben zugespitzt, am Rande mit 20-40 grünen, später gelblichen Sporangien; Durchmesser der Sporangien etwa 1,5 mm. - Sporenreife: Früher Sommer.

Zytologische Angaben. 2n = 480, 494-502 ( gezählt n = 240, 247-251): Material aus Holland; verschiedene Chromosomenzahlen in derselben Population (Verma 1958). 2n = 480: Material aus Island ( Löve und Löve 1961 a). 2n ca. 500: Material aus Finnland (Sorsa 1962). 2n ca. 512: Material aus England; meiotische Teilungen normal (Manton 1950). 2n = 820-840: Material aus Mussoorie (Indien). 2n = 960: Material aus Darjeeling (Indien). Material von beiden Provenienzen einheitlich; meiotische Teilungen normal. Verschiedene Chromosomenzahlen zwischen 2n = 760 und 1040: Material aus Amritsar (Indien); Pflanzen mit stumpfem und spitzem, sterilem Blatteil; jene mit stumpfem Blatteil haben stark gestörte meiotische Teilungen, entwickeln nicht keimfähige Sporen (apomiktische Fortpflanzung). Die in Indien untersuchten Sippen vermehren sich vor allem vegetativ, durch Knospen am kriechenden Rhizom (Verma 1956).

Standort. Kollin und montan, selten subalpin. Feuchte, humose, kalkhaltige Lehmböden (sehr selten auf Torfböden). Feuchte Wiesen, Waldlichtungen (in den Riedwiesen zusammen mit Colchicum autumnale ).

Verbreitung. Eurasiatisch-nordamerikanische Pflanze: Mit Ausnahme der Arktis fast über die ganze Nordhemisphäre verbreitet. Nach den Verbreitungskarten von Hultén (1962) und Meusel (1964) in Asien und Kanada nur vereinzelte Fundstellen. - Im Gebiet verbreitet, aber meist ziemlich selten; kommt in den trockenen Tälern der Zentralalpen nicht vor.

Bemerkungen. Kleine Abweichungen in der Form des sterilen Blatteils wurden als Varietäten beschrieben; diesen dürfte im Zusammenhang mit den zytologischen Untersuchungen von Verma (1956) erhöhte Bedeutung zukommen.

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