Cypripedium calceolus L.

Info Flora, 2021, Info Flora Schweiz - Orchidaceae, https://www.infoflora.ch/de/flora/orchidaceae.html (accessed 2023-10-20) : -

publication ID

292586

DOI

https://doi.org/10.5281/zenodo.10922266

persistent identifier

https://treatment.plazi.org/id/26F7B3B6-F17F-CCDB-B71A-D5A63C70EA41

treatment provided by

Plazi

scientific name

Cypripedium calceolus L.
status

 

Cypripedium calceolus L. View in CoL

Frauenschuh

Art ISFS: 130400 Checklist: 1014460 Orchidaceae Cypripedium Cypripedium calceolus L.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 15-50 cm hoch, mit 2-4 breit-elliptischen, spitzen, stängelumfassenden, fein behaarten Blättern und 1-2, selten 3 Blüten. Die 3 äusseren Perigonblätter bis 5 cm lang, breit-lanzettlich, abstehend, die beiden inneren auf ca. 4/5 der Länge verwachsen und abwärts gerichtet, alle purpurbraun. Lippe sehr gross, bauchig aufgeblasen, gelb, 3-4 cm lang. Kein Sporn.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 5-6(-7)

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Wälder, Gebüsche / kollin-subalpin / CH

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Eurasiatisch

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 3w42-33 + 3.g.2n=20,22

Status

Status IUCN: Verletzlich

Nationale Priorität: 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Kleine, isolierte Vorkommen Mangelnde populationsbiologische und ökologische Kenntnisse Zuwachsen, Beschattung, Verbuschung, Konkurrenz Zerstörung des Lebensraums (Wegbau, Forststrassen, Bautätigkeit, Meliorationen, Düngung und Drainage von Nassstandorten, touristische Erschliessungen) Ungeeignete Forstwirtschaft (zu intensiv, befahren mit Maschinen, Rücken von Holz, Monokulturen, standortsfremde Anpflanzungen) Ungeeignete Pflege (Mahd der Weg-/ Strassenränder während der Vegetationszeit) Pflücken, Ausgraben, Fotografieren Änderung Wasserregime, Grundwasserabsenkung Unwissenheit Waldweide Fehlen von Waldpionierflächen im Mittelland und Jura (z.B. Föhren- oder Fichten-Pionierwälder auf ehemaligen Wiesen oder anderen Störstellen) Anatomie

Zusammenfassung der Stammanatomie

Umriss rund gewellt. Leitbündel diffus verteilt. Epidermiszellen nicht verholzt.

Beschreibung (Englisch)

Culm-diameter 2-5 mm, wall very large, radius of culm in relation to wall thickness approximately 1:0.75. Outline circular wavy. Center hollow and surrounded by many large thin-walled, not lignified cells. Without cortex/cylinder separation. Epidermis cells thin-walled all around. Large vascular bundles distributed in the whole culm. Sclerenchymatic sheath around vascular bundles one-sided large, 2-4 cells, centripetal. Vessel arrangement horseshoe-like. Largest vessel in the bundle 20-50 μm. Cavities (intercellulars) between parenchyma-cells small, often triangular.

Ökologie

Lebensform Geophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

6.2.1 - Orchideen-Buchenwald (Cephalanthero-Fagenion)
6.4.1 - Pfeifengras-Föhrenwald (Molinio-Pinion)

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

Bodenfaktoren Klimafaktoren Salztoleranz
Feuchtezahl F mässig feucht; Feuchtigkeit mässig wechselnd ( ± 1-2 Stufen) Lichtzahl L halbschattig Salzzeichen --
Reaktionszahl R neutral bis basisch (pH 5.5-8.5) Temperaturzahl T unter-montan und ober-kollin
Nährstoffzahl N nährstoffarm Kontinentalitätszahl K subozeanisch bis subkontinental (mittlere Luftfeuchtigkeit, mässige Temperaturschwankungen und mässig tiefe Wintertemperaturen)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse 1 - Zusatz- oder Nebenlebensraum
Ruhiges Wasser 0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser 0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name ( Checklist 2017): Cypripedium calceolus L.

Volksname Deutscher Name: Frauenschuh Nom français: Sabot de Vénus Nome italiano: Pianelle della Madonna

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

Relation Nom Referenzwerke No
= Cypripedium calceolus L. Checklist 2017 130400
= Cypripedium calceolus L. Flora Helvetica 2001 2933
= Cypripedium calceolus L. Flora Helvetica 2012 2517
= Cypripedium calceolus L. Flora Helvetica 2018 View Cited Treatment 2517
= Cypripedium calceolus L. Index synonymique 1996 130400
= Cypripedium calceolus L. Landolt 1977 717
= Cypripedium calceolus L. Landolt 1991 625
= Cypripedium calceolus L. SISF/ISFS 2 130400
= Cypripedium calceolus L. Welten & Sutter 1982 2515

Status Indigenat: Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Verletzlich

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: B2ab(iii)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische Regionen Status Kriterien IUCN
Jura (JU) stark gefährdet (Endangered) A3c
Mittelland (MP) verletzlich (Vulnerable) A3c
Alpennordflanke (NA) verletzlich (Vulnerable) A3c
Alpensüdflanke (SA) verletzlich (Vulnerable) A3c
Östliche Zentralalpen (EA) verletzlich (Vulnerable) A3c
Westliche Zentralalpen (WA) verletzlich (Vulnerable) A3c

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität 4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf 2 - Klarer Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung 1 - Gering
Überwachung Bestände 1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention) Ja
AG Vollständig geschützt (01.01.2010)
BE Vollständig geschützt (01.01.2016)
FR Vollständig geschützt (12.03.1973)
GL Vollständig geschützt (07.05.2006)
GR Vollständig geschützt (01.12.2012)
JU Vollständig geschützt (06.12.1978)
NE Vollständig geschützt (01.08.2013)
OW Vollständig geschützt (01.04.2013)
SO Vollständig geschützt (23.02.1972)
Schweiz Vollständig geschützt
UR Vollständig geschützt (01.07.2009)
VD Vollständig geschützt (02.03.2005)
ZG Vollständig geschützt (01.10.2013)
ZH Vollständig geschützt (03.12.1964)
TI Vollständig geschützt (23.01.2013)
AR Vollständig geschützt (01.01.1995)
AI Vollständig geschützt (13.03.1989)
BL Vollständig geschützt (01.01.2012)

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele für die Waldbewirtschaftung: Z - Zielart weitere Informationen

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Kleine, isolierte Vorkommen Schutz der Fundstellen (Mikroreservate) Regelmässige Bestandskontrollen (Monitoring) Feldkontrolle aller älteren Populationen Ex-situ Vermehrung von indigenem Material (Samen) und Wiederansiedlung an ursprünglichen Fundstellen, Verstärkung bestehender Populationen Mangelnde populationsbiologische und ökologische Kenntnisse Abklären der bestimmenden arealökologischen Faktoren, der wechselseitigen Beziehung Keimpilz/ Pflanze und deren Abhängigkeit von abiotischen und biotischen Faktoren, des klonalen Wachstums, der Populationsdynamik in Abhängigkeit der Veränderung der Habitate u.a. Zuwachsen, Beschattung, Verbuschung, Konkurrenz Betroffene Fundstellen ausholzen oder entbuschen Lichtbaumarten wie Esche und Föhre fördern Reduktion von Konkurrenten (v.a. Rubus-Arten) Zerstörung des Lebensraums (Wegbau, Forststrassen, Bautätigkeit, Meliorationen, Düngung und Drainage von Nassstandorten, touristische Erschliessungen) Priorität für den Artenschutz bei der Erstellung neuer Projekte in bestehenden Fundstellen Neue Anlagen oder Arbeiten verbieten, wenn sie dem Artenschutz zuwiderlaufen Vorkommen an Naturschutzfachstellen und zuständigen Gemeinden melden Alle möglichen Akteure informieren und sensibilisieren Lokale Patenschaften einrichten Ungeeignete Forstwirtschaft (zu intensiv, befahren mit Maschinen, Rücken von Holz, Monokulturen, standortsfremde Anpflanzungen) Angepasste, lichte offene Wälder fördernde Bewirtschaftung Naturwaldreservate, Altholzinseln und Teilreservate schaffen Naturnaher Waldbau fördern Holz an den Fundorten nicht oder nur bei stark gefrorenem Boden herausziehen Ungeeignete Pflege (Mahd der Weg-/ Strassenränder während der Vegetationszeit) Mähen nach dem Absamen ( abhängig von Meereshöhe und Exposition: im Wald ≥ Oktober, in LN ≥ August) Zusammenarbeit mit Pflegeteams, um die ideale Pflege zu finden und zu fördern Pflücken, Ausgraben, Fotografieren Weitere Pflanzenschutzgebiete initiieren Öffentlichkeit informieren und sensibilisieren (Informationstafeln) Problematische Gebiete einzäunen oder während der Blütezeit überwachen Änderung Wasserregime, Grundwasserabsenkung Natürliche Flussdynamik fördern Renaturierung Unwissenheit Grundbesitzer und Förster über Vorkommen und geeignete Pflege informieren, Bewirtschaftungsverträge abschliessen Waldweide Einzäunen von gefährdeten Vorkommen (und angemessen pflegen) Beweidung extensivieren Fehlen von Waldpionierflächen im Mittelland und Jura (z.B. Föhren- oder Fichten-Pionierwälder auf ehemaligen Wiesen oder anderen Störstellen) Ermöglichen von Sukzessionsfolgen auf nährstoffarmen, kalkhaltigen, lehmig-mergeligen Böden In-situ Massnahmen Close Mehr Informationen Merkblatt Artenschutz INPN MNHN: Le Sabot de Vénus ( Cypripedium calceolus L. ) C. Gnägi, 2016: Cypripedium calceolus, Aktionsplan Orchideen Kt. Bern, Pro Natura SCNAT, 2018: Conservation et promotion de Cypripedium calceolus - collaboration entre pratique et recherche, Rapport du workshop B. Schatz et al., 2014: Conservation du Sabot de Vénus en France: bilan et préconisation, Cah. Soc. Fr. Orch., N 8 F. Nicolè, E. Brzosko, I. Toll-Bottraud, 2005: Population viability analysis of Cypripedium calceolus in a protected area: longevity, stability and persistence, Journal of Ecology 93, 716 -726 F. Nicolè, 2005: Biologie de la conservation appliquée aux plantes menacées des Alpes. Ecologie, Environnement. Université Joseph-Fourier - Grenoble I, Français. A. Jakubska-Busse, S. Tsiftsis, M. Śliwiński, Z. Křenová, V. Djordjević, C. Steiu, M. Kolanowska, P. Efimov, S. Hennigs, P. Lustyk, K. Kreutz, 2021: How to Protect Natural Habitats of Rare Terrestrial Orchids Effectively: A Comparative Case Study of Cypri LUBW Baden-Württenberg: Artensteckbrief - Frauenschuh - Cypripedium calceolus Linnaeus R. Gargiulo and al., 2021: Combining current knowledge of Cypripedium calceolus with a new analysis of genetic variation in Italian populations to provide guidelines for conservation actions

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