identifier	taxonID	type	CVterm	format	language	title	description	additionalInformationURL	UsageTerms	rights	Owner	contributor	creator	bibliographicCitation
C03F87F5FF92FFF1FF4FF9ECFCE5FB42.text	C03F87F5FF92FFF1FF4FF9ECFCE5FB42.taxon	http://purl.org/dc/dcmitype/Text	http://rs.tdwg.org/ontology/voc/SPMInfoItems#GeneralDescription	text/html	de	Orthoptera	<div><p>Ergebnis Gesamtartenzahl der Orthoptera im Untersuchungsgebiet</p><p>Im Naturschutzgebiet Haimberg bei Mittelrode und auf angrenzenden Flächen des Haim- und Vogelsbergs einschliesslich des Talbodens der Saurode wurden im Untersuchungszeitraum zwischen März 2016 und August 2019 insgesamt 24 Arten der Ordnung Orthoptera nachgewiesen. Eine weitere Art, Chorthippus mollis, meldete BREHM (1988: Tab. 12) im Pflegeplan für das damals in Planung befindliche Naturschutzgebiet. Somit wurden im Untersuchungsgebiet knapp ein Drittel (29,4 %) der 85 in Deutschland fest etablierten (vgl. MAAS et al. 2011: 577) und 41 % der aus den westlichen deutschen Mittelgebirgen bekannten (vgl. MAAS et al. 2002: 86) Heuschreckenarten festgestellt. Die Verteilung der Arten auf die untersuchten Teilhabitate und die Gefährdungs- und Seltenheitseinschätzung der Arten in den Roten Listen der Heuschrecken der Bundesrepublik Deutschland (MAAS et al. 2011) und Hessens (GRENZ &amp; MALTEN 1996) sind in der Gesamtartenliste (Tab. 1) dargestellt.</p><p>3.2 Artenzahlen auf den Habitattypen</p><p>Die auf den wesentlichen Habitattypen von Haim- und Vogelsberg und den Talwiesen der Saurode festgestellten Artenzahlen der Orthoptera sind in Abb. 1 dargestellt.</p><p>Das magere Grünland auf Kalkboden einschliesslich seiner frühen Brachestadien erwies sich mit 15 nachgewiesenen Heuschreckenarten als besonders artenreich, gefolgt vom gehölzreichen, steil südwestexponierten Halbtrockenrasen des Wacholderhangs mit 14 Arten. Mit neun nachgewiesenen Arten erwiesen sich auch die verbuschten Abraumhalden und feuchten Ruderalfluren des Basaltsteinbruchs als relativ artenreich. Infolge der Verfüllung des Steinbruchs sind zwei dieser Arten ( Gryllotalpa gryllotalpa, Tetrix subulata) inzwischen wohl verschwunden. Mittlere Artenzahlen weisen die mesophilen Heuwiesen und Rinderweiden am Nordosthang des Haimbergs, das frische Grünland der Saurode-Niederung und der südwestliche Waldsaum des Haimbergs auf. Im Waldbestand des Haimbergs wurden fünf Orthopterenarten nachgewiesen. Die wenigsten Heuschreckenarten auf Haim- und Vogelsberg wiesen die Feldgehölzriegel auf.</p><p>3.2 Gefährdungsstatus der Orthoptera des Untersuchungsgebiets</p><p>Die Gefährdungseinschätzung der 25 auf Haim- und Vogelsberg sowie im Tal der Saurode nachgewiesenen Heuschreckenarten nach den Roten Listen Hessens (GRENZ &amp; MALTEN 1996) und der Bundesrepublik Deutschland (MAAS et al. 2011) ist in Tab. 1 zusammengestellt. Elf dieser Arten sind in diesen Roten Listen einer Gefährdungskategorie zugeordnet. Für Barbitistes serricauda und Gryllotalpa gryllotalpa wird für Hessen eine Gefährdung unbekannten Ausmasses wegen unzureichender Datenlage angenommen (Kategorie G). Tetrix subulata und Chorthippus mollis stehen auf der Vorwarnliste der hessenweit im Bestand zurückgehenden, aber nicht akut gefährdeten Arten (Kategorie V). Sieben Arten gelten als in Hessen gefährdet (Kategorie 3). In der Roten Liste der Bundesrepublik ist Tetrix bipunctata als stark gefährdet (Kategorie 2) eingestuft. Keine weitere Art des Untersuchungsgebiets ist bundesweit einer Gefährdungskategorie zugeordnet. Für Myrmecophilus acervorum wird eine bundesweite Gefährdung angenommen, deren Ausmass wegen des Datendefizits als Folge der kryptischen Lebensweise dieser Art jedoch unklar bleibt. Es mag überraschen, dass in der Roten Liste Hessens und in der veralteten Roten Liste der Bundesrepublik (INGRISCH &amp; KÖHLER 1998) deutlich mehr Arten einer Gefährdungskategorie zugeordnet wurden als in der aktuellen bundesweiten Roten Liste. MAAS et al. (2011: 593, 597) erklären dies – trotz negativer Bestandsentwicklung vieler Arten – mit einem erheblich verbesserten Kenntnisstand der Orthopteren Deutschlands und der klimabedingten Häufigkeitszunahme ehemals seltener Arten.</p><p>Da mehr als ein Drittel ihres Gesamtareals in Deutschland liegt, ist die Bundesrepublik für den Arterhalt der im NSG Haimberg bei Mittelrode vorkommenden Arten Barbitistes serricauda und Nemobius sylvestris im weltweiten Massstab „in hohem Masse“ verantwortlich (MAAS et al. 2002: 109, 137; MAAS et al. 2011: 599).</p><p>4.2 Die Heuschreckenzönosen auf Haimund Vogelsberg und im Tal der Saurode</p><p>Die Orthopteren auf Haim- und Vogelsberg sowie auf den Talwiesen der Saurode zeigen lebensraum- und nutzungsabhängige Vergesellschaftungen, die den von INGRISCH (1976a) für den Vogelsberg und JENRICH (1997: 71–76) für die hessische Rhön beschriebenen Zönosen weitgehend entsprechen.</p><p>Die Heuschreckenzönosen des Grünlands weisen einerseits eine graduelle Veränderung in Abhängigkeit von Nährstoffgehalt und Feuchtigkeit auf, andererseits ist eine nutzungsabhängige Ab- oder Zunahme der Abundanz mancher Arten zu beobachten. Die dominanten Charakterarten der oligotrophen Kalkmagerrasen des Vogelsbergs und Südwesthangs des Haimbergs sowie des steil südwestexponierten Halbtrockenrasens (Wacholderhang) sind Stenobothrus lineatus, Chorthippus biguttulus und Chorthippus dorsatus . Während die beiden Chorthippus -Arten in sehr hoher Abundanz fast flächendeckend auftreten, konzentriert sich S. lineatus auf den vegetationsarmen Störstellen innerhalb der Magerrasen. Besonders abundant ist die Art auf dem kurzrasigen, mit Kalkschotter durchsetzten, südwestexponierten Kamm des Wacholderhangs und um die teils erodierten, mit Thymus spec. bewachsenen, hohen Erdnester von Lasius flavus auf den verbuschenden Magerrasen des Vogelsbergs. Auch Tetrix bipunctata und T. tenuicornis besiedeln syntop derartige Störstellen und sind auf felsigen und kalkschottrigen Flächen des Wacholderhangs recht häufig. Die stellenweise verbrachenden Magerrasen im Südwesten des Haimbergs zwischen Mittelrode und Besges beherbergen stabile Populationen von Gryllus campestris und Oecanthus pellucens . Besonders die Feldgrille ist hier sehr abundant und auch auf den benachbarten Kalkscherbenäckern vertreten. Mit zunehmender Nährstoffversorgung und Vegetationshöhe des Grünlands auf den tiefer liegenden Hangabschnitten treten sowohl auf Kalkboden als auch auf dem basaltenen Nordostabfall des Haimbergs Chorthippus albomarginatus und Pseudochorthippus parallelus hinzu. Beide Arten besiedeln auch die zweischürigen Frischwiesen der Saurode-Niederung, wo C. biguttulus deutlich zurücktritt, C. dorsatus aber immer noch abundant vertreten ist. Stethophyma grossum besiedelt sowohl die zweischürigen, drainagierten Talwiesen der Saurode als auch die mesophilen, zweischürigen Heuwiesen und Rinderweiden des Nordosthangs des Haimbergs. Die Population der Talwiesen zeigt eine Bindung an den schmalen, vorwiegend aus Filipendula ulmaria bestehenden Hochstaudensaum der kanalisierten Saurode und ist individuenarm. Auf den mesophilen Hangwiesen ist die Abundanz der Sumpfschrecke jedoch erkennbar höher.</p><p>Langgrasige, auch verfilzte Zonen sowohl der Magerrasen als auch des mesophilen bis frischen Grünlands sind der Lebensraum von Roeseliana roeselii . Auf ungemähten und verbuschenden Kalkmagerrasen und Halbtrockenrasen der Südwestseite des Haimbergs und des Vogelsbergs ist Phaneroptera falcata häufig. Auf dem zum Haimberg hin orientierten, leicht verbuschenden, in den Vorjahren durch Schafe und Ziegen beweideten Kalkmagerrasen des nordwestlichen Vogelsbergs hat sich eine stabile Population von Bicolorana bicolor etabliert. Chrysochraon dispar wurde vereinzelt in frischen und mesophilen Saumstrukturen nachgewiesen, so im Staudensaum der Saurode und auf Rubus -Hecken im Nordosten des Haimbergs.</p><p>Die Heuschreckenfauna des mit standortfremdem, lehmigem Erdaushub verfüllten Kalksteinbruchs ist artenärmer als diejenige der angrenzenden Kalkmagerrasen. Auf dieser in den Vorjahren mit Schafen und Ziegen beweideten, im Jahr 2019 als Folge ausgebliebener Beweidung stellenweise stark verfilzten Fläche wurden die Laubheuschrecken P. falcata, Tettigonia viridissima, R. roeselii und die Grashüpfer C. biguttulus, C. dorsatus und P. parallelus in niedrigeren Abundanzen als auf den Kalkmagerrasen nachgewiesen.</p><p>In verbuschende Saumstrukturen der Magerrasen und des Wacholderhangs dringen Pholidoptera griseoaptera und Nemobius sylvestris vor. Beide Arten sind besonders auf der Südwestseite von Haim- und Vogelsberg in Heckenstreifen, Gehölzinseln, an Waldrändern und in lichten Waldzonen häufig. Während das Vorkommen von Barbitistes serricauda auf den Waldsaum und den lichten, wärmebegünstigten Hangwald im Südwesten des Haimbergs beschränkt ist, besiedelt Meconema thalassinum den gesamten Laubmischwald des Haimbergs und die Feldgehölze.</p><p>Innerhalb des Untersuchungsgebiets nimmt die Heuschreckenfauna des Basaltsteinbruchs im Nordosten des Haimbergs eine Sonderstellung ein. Während arborikole Arten ( M. thalassinum) und Arten verbuschter Saumstrukturen und Waldränder ( P. griseoaptera, N. sylvestris) die Gehölzsukzession auf den alten Abraumhalden besiedelt haben, sind die offenen, vegetationsarmen Ruderalfluren und Hangrutschungen Lebensraum von Chorthippus brunneus und C. biguttulus . Die im Jahr 2016 auf den feuchten Brachen und Rohböden am Grunde des Basaltsteinbruchs festgestellten Vorkommen von Tetrix subulata und Gryllotalpa gryllotalpa sind mittlerweile unter Deponieerde verschüttet und sicher erloschen.</p><p>4. Diskussion</p><p>4.1 Faunistisch bemerkenswerte Heuschreckenarten</p><p>Die auf und um Haim- und Vogelsberg nachgewiesenen Heuschreckenarten sind im Osthessischen Bergland zumeist weit verbreitet und teils häufig (vgl. FLÜGEL et al. 2006, INGRISCH 1976 a, JENRICH 1997), jedoch ist das Vorkommen dreier Arten faunistisch bemerkenswert. Sie werden im Folgenden mit Angaben zu ihrer Gesamtverbreitung, der Verbreitung in Deutschland und Hessen und ökologischen Informationen vorgestellt.</p><p>Barbitistes serricauda (Laubholz-Säbelschrecke) ist mittel- und osteuropäisch verbreitet und möglicherweise kaspischer Herkunft (HAFNER &amp; ZIMMERMANN 1998: 208). In Deutschland ist diese thermophile Laubheuschrecke besonders südlich der Mainlinie und um den Mittelrhein häufig nachgewiesen. Aufgrund ihrer arborikolen Lebensweise wird die Art nur selten nachgewiesen, weshalb Verbreitung und Häufigkeit in weiten Teilen Hessens kaum einzuschätzen sind (STÜBING, in litt. 2019). Die hessischen Funde konzentrieren sich vom südlichen Drittel des Taunus über das Rhein-Main-Gebiet und den Odenwald bis in den Spessart (STÜBING, in litt. 2019). Aus Mittel- und Nordhessen sind weitaus weniger Funde bekannt. So liegt für Mittelhessen nur eine alte Meldung aus Laubach (INGRISCH 1976a: 44) vor. Barbitistes serricauda wurde in jüngerer Zeit jedoch mehrfach in Nordhessen nachgewiesen, so im Schwalm-Eder-Kreis (Gudensberg, Willingshausen [STÜBING, in litt 2019]) und in der Region um den Hohen Meissner (DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ORTHOPTEROLOGIE e. V.: Verbreitungskarte). Aus Osthessen ist B. serricauda bislang unbekannt (STÜBING, in litt. 2019, vgl. INGRISCH 1976 a, JENRICH 1997). Informationen zur Ökologie der Art finden sich in Kap. 4.2. Auf dem Haimberg wurden Imagines der Laubholz-Säbelschrecke im lichten, wärmebegünstigten Laubmischwald des Südwesthangs (Abb. 6) von Lichtfanganlagen angelockt, mit dem Klopfschirm von Büschen geklopft und beim nächtlichen Ableuchten alter Bäume beobachtet.</p></div>	https://treatment.plazi.org/id/C03F87F5FF92FFF1FF4FF9ECFCE5FB42	Public Domain	No known copyright restrictions apply. See Agosti, D., Egloff, W., 2009. Taxonomic information exchange and copyright: the Plazi approach. BMC Research Notes 2009, 2:53 for further explanation.		Plazi	Frisch, Johannes	Frisch, Johannes (2019): Naturschutzgebiets Haimberg bei Mittelrode und angrenzender Flächen (Insecta, Orthoptera). Beiträge zur Naturkunde in Osthessen 55: 229-244, DOI: 10.5281/zenodo.15257850
C03F87F5FF94FFF0FC8EFAD5FD95F872.text	C03F87F5FF94FFF0FC8EFAD5FD95F872.taxon	http://purl.org/dc/dcmitype/Text	http://rs.tdwg.org/ontology/voc/SPMInfoItems#GeneralDescription	text/html	de	Myrmecophilus acervorum (PANZER 1799) Ameisengrille	<div><p>Myrmecophilus acervorum (Ameisengrille, Abb. 2)</p><p>ist von Nordfrankreich durch Mitteleuropa bis zum nördlichen Balkan und Russland nachgewiesen, doch ist die Gesamtverbreitung wegen taxonomischer Unklarheiten innerhalb der Gattung und der kryptischen Lebensweise der myrmekobionten Art ungeklärt (vgl. BELLMANN 1998: 320). In Deutschland gilt die Ameisengrille nach MAAS et al. (2011: 587) als sehr selten, doch sind ihre tatsächliche Häufigkeit und ihr Gefährdungsstatus unbekannt, da sie aufgrund ihrer versteckten Lebensweise schwer nachweisbar ist (KETTERMANN et al. 2019: 156, MAAS et al. 2002: 79). DETZEL et al. (2005: 333) erkennen jedoch eine potentielle Gefährdung durch Verarmung der Ameisenfauna aufgrund von Umweltveränderungen. Myrmecophilus acervorum ist im Osten Deutschlands häufiger nachgewiesen, in weiten Teilen Westdeutschlands jedoch wesentlich seltener (vgl. DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ORTHOPTEROLOGIE e. V. 2019: Verbreitungskarte). Die Erstmeldung für Hessen publizierten FLÜGEL et al. (2006: 223, 224) vom Halberg, einem Kalkhügel bei Neumorschen im nördlichen Osthessischen Bergland. Ein weiterer hessischer Nachweis gelang KETTERMANN et al. (2019) im nordhessischen Diemeltal, ebenfalls auf Kalkmagerrasen. Der dritte hessische Fund am Haimberg stellt den zweiten Nachweis im Osthessischen Bergland und das südlichste bekannte Vorkommen in Hessen dar. Myrmecophilus acervorum lässt keine engumrissenen Lebensraumansprüche erkennen (vgl. MAAS et al. 2002: 231), doch scheint hohe Ameisendiversität auf engem Raum eine Voraussetzung für das Vorkommen zu sein (BELLMANN 1998: 322). Die parthenogenetische Art wurde in den Nestern zahlreicher Ameisengattungen nachgewiesen, wo sie reurgitierte Futtertropfen von ihren Wirten erbettelt und als Brutparasit Ameiseneier frisst (JUNKER 1997: 95). Auf dem Haimberg wurde ein Exemplar der Ameisengrille im Mai 2018 im Grenzbereich Kalkscherbenacker/Magerrasen aus einem Erdnest von Formica sanguinea gesiebt.</p></div>	https://treatment.plazi.org/id/C03F87F5FF94FFF0FC8EFAD5FD95F872	Public Domain	No known copyright restrictions apply. See Agosti, D., Egloff, W., 2009. Taxonomic information exchange and copyright: the Plazi approach. BMC Research Notes 2009, 2:53 for further explanation.		Plazi	Frisch, Johannes	Frisch, Johannes (2019): Naturschutzgebiets Haimberg bei Mittelrode und angrenzender Flächen (Insecta, Orthoptera). Beiträge zur Naturkunde in Osthessen 55: 229-244, DOI: 10.5281/zenodo.15257850
C03F87F5FF95FFF0FC99FF31FC12F872.text	C03F87F5FF95FFF0FC99FF31FC12F872.taxon	http://purl.org/dc/dcmitype/Text	http://rs.tdwg.org/ontology/voc/SPMInfoItems#GeneralDescription	text/html	de	Oecanthus pellucens (SCOPOLI 1763) Weinhahnchen	<div><p>Oecanthus pellucens</p><p>(Weinhähnchen, Abb. 3, 4)</p><p>ist ein expansiv holomediterranes Faunenelement mit den nördlichsten europäischen Vorkommen im Norden Frankreichs, den Benelux-Staaten, Deutschland, der Tschechischen Republik und dem südlichen Polen (DETZEL 1998: 314). Abgesehen von historischen, erloschenen Vorkommen war die thermophile Art in Deutschland bis in die 1990er Jahre nur von Ober- und Mittelrhein bekannt (BELLMANN 1993: 180). Inzwischen hat das Weinhähnchen sein Areal über die südlichen Seitenflüsse des Rheins (Lahn, Main, Mosel, Neckar) stark erweitert (vgl. DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ORTHOPTEROLOGIE e. V. 2019: Verbreitungskarte, MAAS et al. 2002: 236) und entlang des Niederrheins das Ruhrgebiet erreicht (MESSER &amp; KLADNY 2009). Ausserhalb dieses südwestdeutschen Verbreitungsschwerpunkts sind Vorkommen aus Bayern (Steigerwald [BEIGEL 2015]), Sachsen (Leipzig [KLAUS et al. 2013], Dresden [REINHARDT et al. 2019], Teucha, Elbtal [NUSS &amp; KÄSTNER 2019]), Sachsen-Anhalt (Magdeburg, Bernburg [WALLASCHEK 2013]) und Berlin (KIELHORN &amp; MACHATZI 2008: 224, 225) bekannt. Auch in Hessen hat sich das Weinhähnchen, besonders in den Wärmesommern der Jahre 2018 und 2019, geradezu rasant über das Rhein-Main-Gebiet hinaus ausgebreitet (STÜBING, in litt. 2019). Bereits 2002 hatte die Art das NSG Weinberg bei Hohenzell, Schlüchtern, erreicht (BORNHOLDT 2017: 48–50). Mittlerweile liegen unveröffentlichte Nachweise vor aus Mittelhessen (Wetzlar, Giessen, Amöneburg), Osthessen (Flieden, leg. Auth 2018/2019; Weinberg bei Hünfeld, leg. Klaus 2019) und dem nordhessischen Wabern (STÜBING, in litt. 2019). Das Auftreten des Weinhähnchens im NSG Haimberg bei Mittelrode steht im Zusammenhang mit dieser klimainduzierten Ausbreitungswelle. Nach DETZEL (1998: 318) ist O. pellucens als ausgeprägt thermophile Art an Orte mit einer mittleren Lufttemperatur von mindestens 15° Cwährend der Vegetationsperiode gebunden. Dies vorausgesetzt, besiedelt das Weinhähnchen vorwiegend süd- und südwestexponierte, offene, langgrasige oder staudenreiche Biotope (DETZEL 1998: 318) einschliesslich Ruderalfluren und Industriebrachen (vgl. KLAUS et al. 2013, MESSER &amp; KLADNY 2009). Der Fang mehrerer Individuen und der artspezifische, abendliche „Gesang“ zahlreicher Männchen im August 2019 belegen, dass die thermophile Art auf ungemähten Magerrasen des Vogelsbergs und des Südwesthangs des Haimbergs (Abb. 5) fest etabliert ist. Der Nachweis des Weinhähnchens unterstreicht die Wärmebegünstigung dieser Habitate.</p></div>	https://treatment.plazi.org/id/C03F87F5FF95FFF0FC99FF31FC12F872	Public Domain	No known copyright restrictions apply. See Agosti, D., Egloff, W., 2009. Taxonomic information exchange and copyright: the Plazi approach. BMC Research Notes 2009, 2:53 for further explanation.		Plazi	Frisch, Johannes	Frisch, Johannes (2019): Naturschutzgebiets Haimberg bei Mittelrode und angrenzender Flächen (Insecta, Orthoptera). Beiträge zur Naturkunde in Osthessen 55: 229-244, DOI: 10.5281/zenodo.15257850
C03F87F5FF97FFF2FF12FD15FB33FC62.text	C03F87F5FF97FFF2FF12FD15FB33FC62.taxon	http://purl.org/dc/dcmitype/Text	http://rs.tdwg.org/ontology/voc/SPMInfoItems#GeneralDescription	text/html	de	Barbitistes serricauda	<div><p>Barbitistes serricauda</p><p>(Laubholz-Sägeschrecke):</p><p>Imagines der heliophilen Laubholz-Säbelschrecke sind auf lichte, wärmebegünstigte, unterholzreiche Laubwälder angewiesen und halten sich, besonders die Weibchen zur Eiablage in Rindenspalten, vorwiegend auf Bäumen auf. Die Larvalentwicklung vollzieht sich hingegen in angrenzenden, offenen bis halboffenen Strukturen wie verbuschten Halbtrockenrasen, wärmebegünstigten Waldsäumen oder der Krautschicht lichter Wälder (HAFNER &amp; ZIMMERMANN 1998: 211; INGRISCH 1979: 66, 74). Als Ursache für diesen Stratenwechsel vermuten die Autoren einen Nahrungswechsel. Während sich die graminikolarbustikolen Präimaginalstadien von Blättern krautiger Pflanzen (z. B. Leontodon hispidus, Trifolium montanum, Sanguisorba minor) und Büschen (z. B. Corylus avellana, Rosa canina, Rubus spec.) ernähren, befressen die arbustikol-arborikolen Imagines die Blätter hochwüchsiger Laubbäume wie Acer spec., Quercus robur und Carpinus betulus, seltener auch Nadeln von Abies alba, Picea abies und Pinus sylvestris (HAFNER &amp; ZIMMERMANN 1998: 209; INGRISCH 1976a: 44, 74, 1976b: 219). Die höchste Individuendichte erreicht die Art in lichten, wärmebegünstigten Waldbeständen, wohingegen die Abundanz mit zunehmendem Deckungsgrad der Baumkronen signifikant abnimmt (HAFNER &amp; ZIMMERMANN 1998: 212). Obwohl das Spektrum ihrer Lebensräume recht mannigfaltig ist (vgl. HAFNER &amp; ZIMMERMANN 1998: 211), kann B. serricauda dennoch als Biotopwertzeiger für das Ökoton Krautschicht verbuschter Magerrasen/Heiden/Waldmäntel – lichter, wärmebegünstigter Laubmischwald herangezogen werden. Auf dem Haimberg wurde die Laubholz-Säbelschrecke vereinzelt in dem wärmebegünstigten, südwestexponierten, relativ lichten Hangwald nachgewiesen (Abb. 6). Nach BOHN (1996: 312) handelt es sich um ein CariciFagetum (Orchideen-Buchenwald) mit Übergängen zum Lathyro-Fagetum (Blatterbsen-Buchenwald), das die ehemalige Niederwaldwirtschaft auch heute noch erkennen lässt (vgl. FRISCH, 2019: 56, 57). Dieser lichte Laubmischwald wird von einem strukturreichen Waldsaum begrenzt, der sich neben vereinzelten Fagus sylvatica, Carpinus betulus, Pinus sylvestris und weiteren Baumarten geringerer Häufigkeit vor allem durch seinen Reichtum an Straucharten (in abnehmender Häufigkeit Prunus spinosa, Crataegus spec., Cornus sanguineum, Ligustrum vulgare, Corylus avellana, Rosa canina, Malus sylvestris, Berberis vulgaris, Lonicera xylosteum, Viburnum opulus, Euonymus europaeus) auszeichnet. Ihm vorgelagert liegen zweischürige und unregelmässig einschürige, in frühem Brachestadium befindliche Kalkmagerrasen. Dieser vielfältige Biotopkomplex bietet dem Habitatwechsler B. serricauda günstige Lebensbedingungen und ist in der gegenwärtigen Form zu erhalten. Der Charakter dieser artenreichen Magerwiesen kann durch späte, einschürige Mahd auf jährlich wechselnden Flächen bewahrt werden (vgl. FRISCH, 2019: 88). Der wärmebegünstigte Waldsaum ist als Ökoton zwischen Magerrasen und Laubmischwald für alle Entwicklungsstadien der Laubholz-Säbelschrecke in Umfang und Zusammensetzung zu erhalten.</p></div>	https://treatment.plazi.org/id/C03F87F5FF97FFF2FF12FD15FB33FC62	Public Domain	No known copyright restrictions apply. See Agosti, D., Egloff, W., 2009. Taxonomic information exchange and copyright: the Plazi approach. BMC Research Notes 2009, 2:53 for further explanation.		Plazi	Frisch, Johannes	Frisch, Johannes (2019): Naturschutzgebiets Haimberg bei Mittelrode und angrenzender Flächen (Insecta, Orthoptera). Beiträge zur Naturkunde in Osthessen 55: 229-244, DOI: 10.5281/zenodo.15257850
C03F87F5FF97FFFDFC99FBF5FEEAF912.text	C03F87F5FF97FFFDFC99FBF5FEEAF912.taxon	http://purl.org/dc/dcmitype/Text	http://rs.tdwg.org/ontology/voc/SPMInfoItems#GeneralDescription	text/html	de	Bicolorana bicolor	<div><p>Bicolorana bicolor</p><p>(Zweifarbige Beissschrecke):</p><p>Die eurosibirische, von der mongolisch-sibirischen Steppe bis nach Zentralfrankreich verbreitete (DETZEL 1998: 269) Zweifarbige Beissschrecke ist ein Biotopwertzeiger für wärmebegünstigte, strahlungsintensive, meist südoder südwestexponierte Halbtrockenrasen und Sandrasen mit magerer, lückiger, stellenweise langgrasiger Vegetation als Singwarten der Männchen (vgl. DETZEL 1998: 272, MAAS et al. 2002: 221). Auch in Osthessen ist die Art von xerothermen Standorten bekannt. INGRISCH (1979: 85) fand B. bicolor auf trockenwarmen Huteweiden des östlichen Vogelsbergs und bezeichnet sie als „Charakterart xerophiler Orthopterengesellschaften des Vogelsbergs“. Nach JENRICH (1997: 42) lebt die Art in der hessischen Rhön auf langgrasigen Trockenwiesen und verhält sich „ausgesprochen thermophil“. Auch BORNHOLDT (2017: 49, 50) verweist auf die Präferenz der Art für langgrasige Magerrasen auf dem Weinberg bei Hohenzell, Schlüchtern. Die Zweifarbige Beissschrecke ernährt sich vorwiegend von Gräsern, aber auch von Kleininsekten und wird von INGRISCH (1976b: 221, 222) als graminivor-karnivor eingestuft. Im NSG Haimberg bei Mittelrode wurde im August 2019 eine Population auf dem südöstlich des verfüllten Kalksteinbruchs gelegenen Kalkmagerrasen des nordwestlichen Vogelsbergs nachgewiesen (Abb. 7). Auf der locker mit verbissenen Prunus spinosa und Rosa canina bestandenen Fläche, die in den letzten Jahren in jeweils mehrwöchiger Koppelhaltung mit Schafen und Ziegen beweidet wurde, besetzt B. bicolor hochwüchsige Grashorste, die wegen ausgebliebener Beweidung im Jahr der Beobachtung zahlreich vorhanden waren. Das Auftreten der in Hessen gefährdeten (GRENZ &amp; MALTEN 1995), in Osthessen seltenen (vgl. INGRISCH 1979: 83, 84; JENRICH 1997: 43) Zweifarbigen Beissschrecke auf dem Kalkmagerrasen des Vogelsbergs unterstreicht die Schutzwürdigkeit dieses Habitats in seiner gegenwärtigen Ausprägung. JENRICH (1997: 43, 83, 87) stuft die Vorkommen der Art in der hessischen Rhön als stark gefährdete, isolierte Restbestände ein und verweist, wie auch DETZEL (1998: 273), auf die Gefährdung der Art durch Brachfallen und Verbuschen xerothermer Wiesenflächen. DETZEL (1998: 274) fordert explizit die Pflege grösserer Magerrasenkomplexe durch eine angepasste Hütetechnik, die Überweidung, Eutrophierung durch Kot und Urin und Lägerfluren auf den Magerrasen vermeidet. Die auf dem Haimberg praktizierte wochen- bis monatelange Koppelhaltung der Schafe und Ziegen schadet dem Ziel, eine artenreiche Entomofauna zu erhalten und zu fördern (vgl. BORNHOLDT 1991: 233–237; BORNHOLDT et al. 2000: 192, 193; LANGE 2001: 142–144).</p></div>	https://treatment.plazi.org/id/C03F87F5FF97FFFDFC99FBF5FEEAF912	Public Domain	No known copyright restrictions apply. See Agosti, D., Egloff, W., 2009. Taxonomic information exchange and copyright: the Plazi approach. BMC Research Notes 2009, 2:53 for further explanation.		Plazi	Frisch, Johannes	Frisch, Johannes (2019): Naturschutzgebiets Haimberg bei Mittelrode und angrenzender Flächen (Insecta, Orthoptera). Beiträge zur Naturkunde in Osthessen 55: 229-244, DOI: 10.5281/zenodo.15257850
C03F87F5FF98FFFCFF03F925FC9DFA7A.text	C03F87F5FF98FFFCFF03F925FC9DFA7A.taxon	http://purl.org/dc/dcmitype/Text	http://rs.tdwg.org/ontology/voc/SPMInfoItems#GeneralDescription	text/html	de	Gryllus campestris	<div><p>Gryllus campestris</p><p>(Feldgrille):</p><p>Die expansiv-mediterrane Feldgrille ist über ganz Mitteleuropa verbreitet, fehlt jedoch in Skandinavien und ist auf den britischen Inseln bereits ausgestorben (DETZEL 1998: 294). Die Art ist im Süden und Osten Deutschlands allgemein verbreitet, in der norddeutschen Tiefebene, wo ihre nördliche Verbreitungsgrenze verläuft (MAAS et al. 2002: 205), jedoch sehr selten (vgl. DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ORTHOPTEROLOGIE e. V. 2019: Verbreitungskarte). Die xerothermophile Art besiedelt trockene Wiesen, Magerrasen, Halbtrockenrasen, Heiden und trockene Waldränder, aber auch wärmeexponierte Ruderalfluren (DETZEL 1998: 297). Gefährdungsfaktoren sind die intensive Landwirtschaft und Sukzession von Grenzertragsflächen infolge Nutzungsaufgabe (MAAS et al. 2002: 107). Die herbivore Feldgrille legt bis zu 40 cm tiefe Wohnröhren an, vor denen die Männchen im Frühjahr bis zu 100 m weit hörbar zirpen (DETZEL 1998: 295). In Hessen ist G. campestris im Süden weit verbreitet, nördlich des Rhein-Main-Gebiets, so auch in Osthessen, jedoch wenig nachgewiesen und offenbar seltener (vgl. DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ORTHOPTEROLOGIE e. V. 2019: Verbreitungskarte). Nach MAAS et al. (2002: 206) ist der Bestand in Hessen rückläufig. INGRISCH (1976c: 67) zählt die Feldgrille zur Standardzönose xerothermer Standorte des Vogelsbergs, führt jedoch nur ein osthessisches Vorkommen auf der Huteweide des Johanneshügels bei Stockhausen an. BORNHOLDT (2017: 48–50) meldet die Art aus dem NSG Weinberg bei Hohenzell, Schlüchtern. In der hessischen Rhön konnte JENRICH (1997) die Art trotz umfangreicher Begehungen jedoch nicht nachweisen. Auf dem Haimberg besiedelt G. campestris die Magerrasen und Randsäume der Kalkscherbenäcker des Südwesthangs entlang des Waldrands von Mittelrode bis nahe Besges (Abb. 5). Zahlreiche Exemplare in Bodenfallen (2016, 2017) und das intensive Zirpen auch im Jahr 2019 lassen auf eine individuenreiche Population schliessen. Wegen der Grösse des besiedelten Areals kommt der Population des Haimbergs eine grosse regionale Bedeutung als Ausbreitungszentrum zu, da der Bestand der gefährdeten Art in kühlen Jahren stark einbricht, was zum Erlöschen kleiner Populationen führen kann (vgl. DETZEL 1998: 297). Wegen der Flugunfähigkeit der Feldgrille ist ein barrierefreier Austausch zwischen benachbarten Populationen (Habitatverbund) essentiell, weshalb die Art aus stark zersiedelten Landschaften verschwunden ist (MAAS et al. 2002: 38, 206). Daher schränken das den Haimberg umgebende Agrarland und die Siedlungsflächen die Bedeutung des Haimbergs als regionales Ausbreitungszentrum der Art jedoch stark ein. Aufgrund ihrer Xerothermophilie ist das Brachfallen von Magerrasen eine der Hauptgefährdungsursachen der Feldgrille (DETZEL 1998: 298). Zum Schutz der Population im Südwesten des Haimbergs sollte der beginnenden Verbrachung der besiedelten Kalkmagerrasen durch einschürige, späte Mahd auf jährlich wechselnden Teilflächen bei Abtransport des Mähguts begegnet werden.</p></div>	https://treatment.plazi.org/id/C03F87F5FF98FFFCFF03F925FC9DFA7A	Public Domain	No known copyright restrictions apply. See Agosti, D., Egloff, W., 2009. Taxonomic information exchange and copyright: the Plazi approach. BMC Research Notes 2009, 2:53 for further explanation.		Plazi	Frisch, Johannes	Frisch, Johannes (2019): Naturschutzgebiets Haimberg bei Mittelrode und angrenzender Flächen (Insecta, Orthoptera). Beiträge zur Naturkunde in Osthessen 55: 229-244, DOI: 10.5281/zenodo.15257850
C03F87F5FF99FFFCFF12FA0DFC25F79E.text	C03F87F5FF99FFFCFF12FA0DFC25F79E.taxon	http://purl.org/dc/dcmitype/Text	http://rs.tdwg.org/ontology/voc/SPMInfoItems#GeneralDescription	text/html	de	Tetrix bipunctata	<div><p>Tetrix bipunctata</p><p>(Zweipunkt-Dornschrecke):</p><p>Die euroasiatisch verbreitete (DETZEL &amp; WANCURA 1998: 345) Zweipunkt-Dornschrecke ist in Deutschland vor allem in den Mittelgebirgen und im Alpenraum verbreitet, in der norddeutschen Tiefebene hingegen sehr selten (vgl. DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ORTHOPTEROLOGIE e. V. 2019: Verbreitungskarte, MAAS et al. 2002: 284). Die ausgesprochen xerophile Art ist ein Biotopwertzeiger für offene, strahlungsintensive, skelettreiche (steinige) und stickstoffarme Bodenstellen auf ausgeprägt xerothermen Wacholderheiden, Halbtrockenrasen oder Steinbrüchen mit lückiger, niedriger Vegetation, die Erdflechten oder Zwergmoose, ihre Nahrung, aufweisen müssen (vgl. DETZEL &amp; WANCURA 1998: 348). JENRICH (1997: 50) fand T. bipunctata in der hessischen Rhön meist auf vegetationsarmen, steinigen Bereichen von Kalkmagerrasen in Südwestexposition, auf dem Hünkelshäuptchen bei Gersfeld auch in algenbewachsenen Viehtritten, typischen Störstellen innerhalb der geschlossenen Vegetation. Die Art gilt in Hessen als gefährdet (GRENZ &amp; MALTEN 1995), bundesweit sogar als stark gefährdet (MAAS et al. 2011). Um den Gefährdungsursachen, zumeist Aufforstungen, Verbuschung und Eutrophierung der Lebensräume, entgegenzuwirken, empfehlen DETZEL &amp; WANCURA (1998: 349, 350) an erster Stelle die Offenhaltung von Bodenstellen durch extensive Beweidung von Kalkmagerrasen bei strikter Vermeidung von Stickstoffeintrag. Auf dem Haimberg wurde T. bipunctata ausschliesslich auf dem steil südwestexponierten, xerothermen Wacholderhang nachgewiesen, wo sie die oftmals kleinräumigen, nahezu vegetationsfreien Bereiche um Kalkfelsen und Kalkschuttflächen besiedelt (Abb. 8). Die Beweidung dieses Halbtrockenrasens durch Schafe und Ziegen ist geeignet, die Nischen der Zweipunkt-Dornschrecke durch Offenhaltung der Bodenvegetation (Viehtritt) zu erhalten, doch dürfte sich die praktizierte Koppelhaltung durch erhöhten Stickstoffeintrag langfristig negativ auswirken. Da T. bipunctata auch xerotherme Wald-Ökotone wie Waldränder und Saumstrukturen besiedeln kann (DETZEL &amp; WANCURA 1998: 348) und den bei den Pflegemassnahmen des Jahres 1990 stark reduzierten Kiefernaufwuchs offensichtlich langjährig toleriert hat (eine Besiedlung durch die wenig mobile Art nach der Massnahme ist unwahrscheinlich; vgl. MAAS et al. 2002: 42, 285), ist der gegenwärtig lichte Gehölzbestand des Wacholderhangs nicht als Gefährdungsursache zu betrachten.</p></div>	https://treatment.plazi.org/id/C03F87F5FF99FFFCFF12FA0DFC25F79E	Public Domain	No known copyright restrictions apply. See Agosti, D., Egloff, W., 2009. Taxonomic information exchange and copyright: the Plazi approach. BMC Research Notes 2009, 2:53 for further explanation.		Plazi	Frisch, Johannes	Frisch, Johannes (2019): Naturschutzgebiets Haimberg bei Mittelrode und angrenzender Flächen (Insecta, Orthoptera). Beiträge zur Naturkunde in Osthessen 55: 229-244, DOI: 10.5281/zenodo.15257850
C03F87F5FF9AFFFFFF03FF31FB65FD3E.text	C03F87F5FF9AFFFFFF03FF31FB65FD3E.taxon	http://purl.org/dc/dcmitype/Text	http://rs.tdwg.org/ontology/voc/SPMInfoItems#GeneralDescription	text/html	de	Stenobothrus lineatus (Heidegrashupfer)	<div><p>Stenobothrus lineatus</p><p>(Heidegrashüpfer):</p><p>Die euroasiatisch verbreitete Art ist aus weiten Teilen Europas bekannt, auf den britischen Inseln nur im Süden nachgewiesen und fehlt in Skandinavien (DETZEL 1998: 440). Der Heidegrashüpfer ist in Deutschland, abgesehen vom äussersten Norden und dem Nordwesten, weit verbreitet mit nach Süden zunehmender Häufigkeit (vgl. DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ORTHOPTEROLOGIE e. V. 2019: Verbreitungskarte). Die xerophile Charakterart strahlungsintensiver, niederwüchsiger Mager- und (Halb)trockenrasen und Ginster- und Wacholderheiden wird durch Schafbeweidung erkennbar begünstigt, verschwindet jedoch rasch nach Brachfallen seines Lebensraums (DETZEL 1998: 442). Nach BELLMANN (1993: 264) ist der Heidegrashüpfer eine der dominierenden Arten auf Heiden und Trockenrasen. JENRICH (1997: 56) fand die Art besonders auf Magerrasen, Wacholderheiden, Borstgrasrasen und Goldhaferwiesen und bezeichnet sie als Charakterart und Biotopwertzeiger für extensives Grünland in der Rhön. Auch im Vogelsberg zählt S. lineatus zur Standardzönose trockener Hänge und Weiden (INGRISCH 1976c: 67). Im Untersuchungsgebiet besiedelt der Heidegrashüpfer beweidete und einschürige Magerrasen und den Halbtrockenrasen des Wacholderhangs (Abb. 9). Die Art konzentriert sich erkennbar auf besondersmageren, kurzrasigen Bereichen und halboffenen Störstellen um Kalkfelsen. Besonders abundant ist S. lineatus auf dem extrem kurzrasigen, mit Kalkschotter durchsetzten, südwestexponierten Kamm des Wacholderhangs (Abb. 8) und den vegetationsarmen Störstellen um die teils verwitterten, mit Thymus spec. bewachsenen, hohen Erdnester von Lasius flavus auf dem Vogelsberg. DETZEL (1998: 443) stellt dem Heidegrashüpfer durch Verbuschung der Magerrasen infolge Rückgangs der Schafbeweidung eine negative Prognose aus. Auch auf dem Haimberg ist die Art auf Brachestadien der Magerrasen bereits verschwunden. JENRICH (1997: 57) fordert für den Schutz des Heidegrashüpfers in der Rhön Entbuschung, Mahd oder Beweidung der Magerrasen. Extensive Beweidung (Hüteschäferei) und einschürige Mahd der Magerrasen des Haimbergs sind geeignet, das Vorkommen des Heidegrashüpfers langfristig zu stabilisieren.</p></div>	https://treatment.plazi.org/id/C03F87F5FF9AFFFFFF03FF31FB65FD3E	Public Domain	No known copyright restrictions apply. See Agosti, D., Egloff, W., 2009. Taxonomic information exchange and copyright: the Plazi approach. BMC Research Notes 2009, 2:53 for further explanation.		Plazi	Frisch, Johannes	Frisch, Johannes (2019): Naturschutzgebiets Haimberg bei Mittelrode und angrenzender Flächen (Insecta, Orthoptera). Beiträge zur Naturkunde in Osthessen 55: 229-244, DOI: 10.5281/zenodo.15257850
C03F87F5FF9AFFFEFCCAFD28FA1BF79E.text	C03F87F5FF9AFFFEFCCAFD28FA1BF79E.taxon	http://purl.org/dc/dcmitype/Text	http://rs.tdwg.org/ontology/voc/SPMInfoItems#GeneralDescription	text/html	de	Stethophyma grossum	<div><p>Ein untypisches Habitat von Stethophyma grossum auf dem Haimberg</p><p>Die euroasiatische Sumpfschrecke (Abb. 10) ist in ganz Mitteleuropa verbreitet und aus allen Teilen Deutschlands bekannt (DETZEL 1998: 390). Stethophyma grossum wird allgemein als stenöker Biotopwertzeiger für feuchtes bis nasses, durch Mahd oder Beweidung genutztes Extensivgrünland eingestuft, so für seggenund binsenreiche Feucht- und Nasswiesen (Calthion), Grossseggenrieder (Magnocaricion) und Grabenränder bis hinzu natürlichen Schwingrasen von Mooren und Verlandungsgesellschaften der Gewässer (vgl. BELLMANN 1993: 240; DETZEL 1998: 393; HEMP 2002: 60; HEYDENREICH 1999: 52, 71, 101; KOSCHUH 2005: 226, 227; MARZELLI 1997: 118, 119). Die Bindung an Feuchtgrünland wird primär mit der experimentell nachgewiesenen, geringen Austrocknungsresistenz der Eier, die im Winterhalbjahr Kontaktwasser durch hohen Grundwasserstand oder zeitweise Überflutung des Lebensraums benötigen, erklärt (HEYDENREICH 1999: 61–63, INGRISCH 1983: 12, MARZELLI 1997: 112–116). Aufgrund dieser engen Bindung an bodenfeuchtes Extensivgrünland sprechen DETZEL et al. (2005: 331, 341) S. grossum eine hohe Planungsrelevanz zu und sehen eine Gefährdung durch Trockenlegung und intensive Bewirtschaftung von Feuchtgrünland. KOSCHUH (2005: 228) weist auf die Gefährdung der Sumpfschrecke durch die grossflächige Umwandlung feuchten Grünlands in Maiskulturen hin. Im Gegensatz zu INGRISCH &amp; KÖHLER (1998) erkennen MAAS et al. (2011) aufgrund einer nicht näher erläuterten Häufigkeitszunahme keine bundesweite Gefährdung mehr. INGRISCH (1976a: 47) kannte nur fünf lokale Vorkommen im Vogelsberg auf nassen Riedwiesen. JENRICH (1997: 53, 54) traf S. grossum in der Rhön auf Feuchtwiesen der Bachauen zwar recht häufig an, doch wiesen die meist isolierten, kleinflächigen Feuchtstellen nur geringe Individuenzahlen auf.</p><p>Im Untersuchungsgebiet existiert eine individuenarme Population der Sumpfschrecke südwestlich des Haimbergs auf den drainagierten Frischwiesen um die kanalisierte, bis zu einem Meter unter dem Wiesenniveau liegende Saurode. Ein weiteres Vorkommen auf den Hangwiesen im Nordosten des Haimbergs, die weder feuchte Gräben noch seggenbestandene, staunasse oder quellige Bereiche aufweisen, steht noch weniger im Einklang mit der allgemeinen Charakterisierung der Sumpfschrecke als anspruchsvolle Art seggenbestandener Feucht- und Nasswiesen. Stethophyma grossum besiedelt sowohl die zweischürigen Fettwiesen östlich Besges (Abb. 11) als auch die Rinderweiden an der L 3418 südöstlich des Betriebsgeländes der Firma Küllmer. Da es sich nicht um Feuchtwiesen handelt, wundert es nicht, dass typische, hygrophile Begleitarten der Sumpfschrecke wie Chorthippus montanus auf diesen Wiesen fehlen (vgl. INGRISCH 1976c: 67, JENRICH 1997: 71). HEYDENREICH (1999: 52) fand S. grossum zwar auch auf Intensivgrünland, doch handelte es sich um grundwasserfeuchte oder im Winter überflutete Flächen. Für die Fettwiesen und Rinderweiden im Nordosten des Haimbergs kann eine hohe Bodenfeuchte wegen fehlender Feuchtezeiger in der Vegetation ausgeschlossen werden. Das Vorkommen in diesem völlig untypischen Habitat ist kaum mit Zuwanderung zu erklären, da die nähere Umgebung keine Feuchtwiesen oder Seggenriede als Fortpflanzungs- und Ausbreitungszentren aufweist. Die angrenzende Feldflur zwischen Haimbach, Schulzenberg, Rodges und dem Haimberg ist reines Ackerland, und nach Norden begrenzt das ausgedehnte Industriegebiet West die besiedelten Wiesen. Obgleich sich adulte Sumpfschrecken bis zu 1 km von ihrem Larvalhabitat entfernen können (MAAS et al. 2002: 282), erscheint eine Zuwanderung aus der individuenarmen Population im Tal der Saurode über den steilen, bewaldeten Kamm des Haimbergs oder gar aus den viele Kilometer entfernten Tälern der Fulda und Lüder höchst unwahrscheinlich. HEYDENREICH (1999: 66, 67) beschreibt zwar eine gewisse Migrationsfähigkeit der Sumpfschrecke, doch sollen nur einzelne Männchen weitere Strecken zurücklegen. Auf dem Haimberg wurden jedoch auch Weibchen (Abb. 10) festgestellt. Vor dem Hintergrund, dass die Sumpfschrecke in Deutschland seit etwa 15 Jahren eine massive Ausbreitung erfahren hat und inzwischen auch Reproduktionsnachweise aus relativ trockenem Grünland vorliegen (STÜBING, in litt. 2019), ist auf dem Haimberg kaum von Zuwanderung auszugehen. Mehrjährige Beobachtungen der Sumpfschrecke liegen sogar von den schafbeweideten Halbtrockenrasen der Doline bei Rockensüss, Landkreis Hersfeld-Rotenburg, vor (DITTMAR &amp; FLÜGEL 2017: 99). Die Autoren vermuten zwar Zuwanderung, doch bleibt die Entfernung zu potentiellen Reproduktionsorten unklar. Noch vor 20 Jahren war die Sumpfschrecke die anspruchsvollste Leitart der Feuchtwiesen in der hessischen Rhön (vgl. JENRICH 1997: 72). Vieles deutet darauf hin, dass S. grossum ihre ökologische Amplitude stark erweitet hat und kaum noch als Biotopwertzeiger für extensiv genutztes Feucht- und Nassgrünland herangezogen werden kann.</p></div>	https://treatment.plazi.org/id/C03F87F5FF9AFFFEFCCAFD28FA1BF79E	Public Domain	No known copyright restrictions apply. See Agosti, D., Egloff, W., 2009. Taxonomic information exchange and copyright: the Plazi approach. BMC Research Notes 2009, 2:53 for further explanation.		Plazi	Frisch, Johannes	Frisch, Johannes (2019): Naturschutzgebiets Haimberg bei Mittelrode und angrenzender Flächen (Insecta, Orthoptera). Beiträge zur Naturkunde in Osthessen 55: 229-244, DOI: 10.5281/zenodo.15257850
