Bunias erucago L.

Geflügeltes Zackenschötchen

Art ISFS: 68200 Checklist: 1007650 Brassicaceae Bunias Bunias erucago L.

Zusammenfassung

Artbeschreibung (nach Lauber & al. 2018): 30-60 cm hoch, verzweigt, mit höckerigen Drüsenhaaren nebst einfachen und verzweigten Haaren. Untere Blätter tief fiederteilig, mit 3eckigen Abschnitten, nicht über 15 cm lang, die oberen viel kleiner und weniger geteilt. Kronblätter gelb, gestutzt oder ausgerandet, 7-10 mm lang. Früchte mit 4 gezähnten Flügeln, 8-12 mm lang, mit 3-5 mm langem Griffel, auf 2-4 cm langem Stiel +/- waagrecht abstehend.

Blütezeit (nach Lauber & al. 2018): 5-7

Standort und Verbreitung in der Schweiz (nach Lauber & al. 2018): Äcker, Wegränder, Schuttplätze / kollin-montan / VS, früher auch M

Verbreitung global (nach Lauber & al. 2018): Mediterran

Ökologische Zeigerwerte (nach Landolt & al. 2010) 234-354.t.2n=14

Status

Status IUCN: Vom Aussterben bedroht

Nationale Priorität: 2 - Hohe nationale Priorität

Internationale Verantwortung: 1 - Gering Erhalten/ Fördern Gefährdungen Kleine, isolierte Vorkommen Ungeeignete Bewirtschaftung ( Unkrautbekämpfung, ungünstige Fruchtfolge, zu dichter Bestand der Kultur)

Ökologie

Lebensform Therophyt

Lebensraum Lebensraum nach Delarze & al. 2015

7.1.4 - Einjährige Ruderalflur ( Sisymbrion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt Charakterart Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt & al. (2010)

BodenfaktorenKlimafaktorenSalztoleranz
Feuchtezahl Fmässig trockenLichtzahl LhalbschattigSalzzeichen--
Reaktionszahl Rschwach sauer bis neutral (pH 4.5-7.5)Temperaturzahl Tsehr warm-kollin (nur an wärmsten Stellen, Hauptverbreitung in Südeuropa)
Nährstoffzahl NnährstoffreichKontinentalitätszahl Ksubkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017): Bunias erucago L.

Volksname Deutscher Name: Geflügeltes Zackenschötchen, Ruken-Zackenschötchen Nom français: Bunias roquette Nome italiano: Cascellore comune

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

RelationNomReferenzwerkeNo
=Bunias erucago L.Checklist 201768200
=Bunias erucago L.Flora Helvetica 2001630
=Bunias erucago L.Flora Helvetica 2012858
=Bunias erucago L.Flora Helvetica 2018858
=Bunias erucago L.Index synonymique 199668200
=Bunias erucago L.Landolt 19771328
=Bunias erucago L.Landolt 19911131
=Bunias erucago L.SISF/ISFS 268200
=Bunias erucago L.Welten & Sutter 1982472

= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017) <Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status Indigenat: Archeophyt: vor der Entdeckung von Amerika in der Region aufgetreten (vor 1500)

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (nach Walter & Gillett 1997): Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN: Vom Aussterben bedroht

Zusätzliche Informationen Kriterien IUCN: C1

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische RegionenStatusKriterien IUCN
Jura (JU)verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
Mittelland (MP)verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
Alpennordflanke (NA)regional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)
Alpensüdflanke (SA)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)B2ab(iii)
Östliche Zentralalpen (EA)regional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)
Westliche Zentralalpen (WA)vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)C1

Status nationale Priorität /Verantwortung

Nationale Priorität2 - Hohe nationale Priorität
Massnahmenbedarf1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung1 - Gering
Überwachung Bestände1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention)Nein
VDVollständig geschützt(02.03.2005)
Schweiz--

Erhalten/ Fördern Gefährdungen und Massnahmen Kleine, isolierte Vorkommen Schutz aller Fundstellen (Mikroreservate) Regelmässige Bestandeskontrollen (Monitoring) Ex-situ Vermehrung von indigenem Material und Wiederansiedlung an den wenigen noch günstigen Stellen der alten Fundbereiche, Verstärkung bestehender Populationen Ungeeignete Bewirtschaftung ( Unkrautbekämpfung, ungünstige Fruchtfolge, zu dichter Bestand der Kultur) Bewirtschaftungsverträge mit Landwirten ( BFF-Verträge auf den verbleibenden Parzellen mit Beibehaltung der traditionellen Bewirtschaftung) Schaffung von Brachen, Äcker nicht jedes Jahr bewirtschaften (Die Art scheint sehr stark auf Ruhebrachen angewiesen zu sein) Fruchtfolge mit hohem Getreideanteil Reduktion der Stickstoffdüngung auf einen Drittel der empfohlenen Menge für die entsprechende Kultur über die ganze Fruchtfolge Weder mechanische noch chemische Unkrautbbekämpfung während den Getreidejahren Regelmässige Bodenbearbeitung mit Pflug Ex situ Material Close